Wir tun uns anfangs schwer mit Belgien: eine einzige Industrielandschaft mit Eisenhütten, qualmenden Schloten, Gips-und Kieswerken, Atomkraftwerken und links und rechts der Maas fünf Meter hohe Mauern für den Hochwasserfall. Auch die Schleusen bleiben wegen der Berufsschifffahrt Adrenalinschwerpunkte. Und die Denkstruktur der vorherrschenden Altersklasse der Motorbootfahrer erschließt sich mir immer noch nicht… Am Nachmittag wird alles besser, obwohl das Wetter hochofenmäßig bleibt. Abends landen wir in Namur und sind mit Belgien versöhnt! Exquisites Plätzchen mit DUSCHEN! Hier wollen wir morgen einen Ruhetag einlegen, auf Marysol warten, die schon in Maastricht sind und hier soll auch der Crewwechsel zwischen Bernd+Hilde und Silke erfolgen.
Monatsarchiv: Juli 2010
08.07.2010
Heute von Maastricht nach Liège (Lüttich), Belgien. Eine einzelne Monsterschleuse, aber locker überlebt. Unser Schleusenzähler steht auf 31. Was wir bisher von Belgien gesehen haben, ist viel Industrie und Beton. Liège ist in erster Linie HEISS! Ist es bei euch auch so heiß? Unser Thermometer zeigt 49,5 Grad, aber wir arbeiten noch an dem optimalen Standort.
07.07.2010
Ui Ui Ui, Thema des Tages waren SCHLEUSEN! Nur vier, aber davon einige erschreckend. Glibbrige, schleimige 12m hohe dunkle Wände ragen in den Himmel, die Festmachmöglichkeiten liegen in den richtigen Abständen für 110m-Binnenschiffe, die großen Kollegen lassen ihr Bugstrahlruder teilweise weiterlaufen, was für heftige Turbulenzen sorgt, von dem 20cm-Auspuffrohr des Vordermannes werden wir vergast, alle Fender sind im Einsatz – aber es geht aufwärts. Oben scheint die Sonne wieder, wir kriegen wieder Luft und nachdem unsere Festmacher in den Strudeln beim Ablegen des Monsters vor uns wider Erwarten nicht gerissen sind, können wir die Schleuse verlassen. 9km Erholung auf dem Julianakanaal bis zur nächsten Schleuse. Abends noch eine Kleinschleuse in den alten Stadthafen von Maastricht.
06.07.2010
05.07.2010
Heute haben wir nichts kaputt gemacht. Vom Rijn in den Pannerdeschkanaal, dann in den Waal, was das Endstück des Rheins ist, dann über den Waal-Maas-Kanaal (!) in die Maas. Waal sehr breit, sehr schwellig, sehr viel Großverkehr und 3,5 kn Strom in unsere Richtung. Dadurch zischen wir mit bis zu 9 kn an Nijmegen vorbei. Die Maas wieder angenehm ruhig und sinnig, kein Strom, Idylle pur, ein Paradies für Ornitologen. Marysol holt rasend auf. Wie machen die das? Der Waal-Maas-Kanaal inspiriert uns zur “Saga vom Waal-Maas-Kanaal” (siehe extra Seite).