Rover on tour

Logbuch

Daten und Ausrüstung

Rover ist ein Stahlschiff aus dem Jahr 1983, gebaut in der Werft von Heino Gerdes in Varel, Kreis Friesland. Der Entwurf ist von Horst Glacer aus Bremen. Mit 12 m Länge heißt der Bootstyp entsprechend Glacer 40.

Konstruiert wurde die Glacer 40 als Wattenkreuzer, um Hochseetüchtigkeit mit der Fähigkeit zu vereinen, im norddeutschen Wattenmeer klar zu kommen. Daher die Ausrüstung mit einem Schwenkkiel, ein bleigefülltes Hohlprofil, das manuell hydraulisch bedient wird. Mit hochgezogenem Kiel liegt der Tiefgang bei 1,20 m. Dank der ebenen Bodenplatte des Rumpfes kann das Boot gefahrlos trocken fallen (macht riesig Spaß!). Da die Bodenplatte Teil des Ballastes ist, weist sie eine Dicke von 60 mm Stahl auf (!). Sowas relativiert die Angst vor Bodenberührungen. Bei komplett heruntergelassenem Kiel kommt man auf einen Tiefgang von 2,20 m.

Daten:

  • Länge:        12,08 m
  • Breite:        3,54 m
  • Tiefgang:    2,20 m/1,20 m
  • Verdrängung:   15 t (?)

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Innenleben:

Rover ist innen klassisch aufgeteilt: Navigation an Steuerbord, Pantry an Backbord, davor Salon mit 2 Schlafplätzen, davor unser Badezimmer, davor Kajüte mit V-Kojen. Steuerbord hinter der Navigation ist eine breite Hundekoje.

Nach Tieferleinnengen des Bodens habe nun auch ich mit 1,95 m Stehhöhe. Das Konzept der Einrichtung zielt deutlich auf eine eher kleinere Mannschaft ab, die viel Raum für sich und vor allem Stauraum hat. Rover hat fürwahr riesige Stauräume: angefangen mit dem Raum unter der Backbord-Cockpitbank, der unter anderem locker zwei Fahrräder schluckt, über die beiden Heckstauräume (Gasflaschen, Fender, Leinen, Schlauchboot, Werkzeug u.v.m.) bis zur Segellast (von Deck zugänglich, fasst alle Segel plus ein zweites Schlauchboot) und natürlich dem Ankerkasten davor. Der Boden des Innenraumes liegt in Höhe des Deckels des Schwertkastens, in dem der hochgezogene Kiel ruht. Links und rechts des Schwertkastens ergeben sich dadurch weitere Volumina, die für Tanks genutzt werden. So ergibt sich ein Dieseltankvolumen von 2 mal 475 Liter = 950 Liter. Die Dieseltanks sind in die Stahlstruktur des Rumpfes integriert. Anders die Trinkwassertanks, die eingesetzt sind und zusammen ca. 600 Liter aufweisen. Ein Abwassertank mit 125 Liter rundet die Sache ab. Weitere Räume unter dem Boden werden als Keller genutzt.

Rigg:
Masthöhe über Deck 14 m, Kuttertakelung, 2 Rollvorsegel, Fock als Selbstwendesegel, Roll-Großsegel (in den Mast), doppeltes Achterstag (steuerborseitig auf 13,5 m als KW-Antenne isoliert), zwei Salingpaare, bewegliche Backstagen, stehendes Gut Ø 8 mm, zwei Passatbäume am Mast hängend.

  • Groß          28 m²
  • Genua       51 m²
  • Klüver       36 m²
  • Fock           16 m²
  • Blister        80 m²
  • Passat      2 x 39 m²

Alles in allem also eher untertakelt für das große Schiffsgewicht – eine Folge des kurzen Mastes.

Segelplan (pdf)

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  • Maschine:
  • Perkins-Diesel 4.236 mit 72 PS, Bowman-Wärmetauscher, Trabold-Ölfilter, hydraulisches Borg-Warner-Getriebe, Drucklager mit Gelenkwelle, 3-flügeliger Gori-Festpropeller
  • Ankergeschirr:
    Bügelanker 30 kg mit 65 m Edelstahlkette 10 mm, CQR-Pflugscharanker 27 kg Edelstahl als Zweitanker sowie 15 kg Plattenanker am Heck, elektrische Ankerwinsch 1000 W im Ankerkasten
  • 24 Volt-System mit 240 Ah (4 x 120 Ah/12V), 1000 W-Wechselrichter 24 V/230 V, zahlreiche DC/DC-Wandler 24 V/12 V, Phillipi-Batteriecontroller, Ladung über 50 A-Lichtmaschine oder Landstrom oder Solarpaneele (2 x 95 W), Anlasser der Maschine “sinnigerweise” 12 V, Ladung der 140 Ah-Starterbatterie über elektronischen Ladewandler 24 V/12 V aus dem 24 V-Netz
  • Navigation/Kommunikation:
    • Kartenplotter AdvanSea (+ alter Garmin…)
    • Fluxgate-Kompass VDO
    • Echolot Echopilot Trio
    • Windmesser Autohelm
    • Radar Simrad
    • AIS (Empfänger)
    • UKW-Funkgerät Simrad (Rufzeichen DDQQ)
    • KW-Transceiver ICOM IC-718 (Rufzeichen DF3NL), Pactor-III-Modem, Antennentuner ICOM AT-130
  • Rettungsmittel:
    Rettungsinsel für 4 Personen (Container an Heckreling), EPIRB, Automatik-Rettungswesten, Strecktaue, Signalpistole
  • Windpilot Pacific (arbeitet auf Pinne, die nach Öffnen eines hydraulischen Bypasses die hydraulische Radsteuerung überbrückt), elektrohydraulischer Autopilot Robertson
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