Rover on tour

Logbuch


05.08.2010

Sechster Wartetag. Aber: an der Schleuse wird fleißig gearbeitet und die Prognosen ziehen sich langsam wieder von drei Monaten auf 11 Tage zurück. Unsere Gruppe hat sich nochmal verkleinert: die Schweizer Tacitus wurde gestern morgen von einem Kran aus dem Wasser genommen und wird nun per Trailer zum Zürcher See gebracht. Weitere diverse Bastelarbeiten am Schiff, sogar teilweise erfolgreich: LED als Ladekontrolle der Lichtmaschine geht ja gar nicht, da ist der Erregungsstrom zu klein – weiß doch jeder. ENDLICH die Ursache für das Wasser in der Motorbilge gefunden: Schwimmerschalter der Pumpe für das Stopfbuchswasser war in seiner freien Bewegung behindert, daraufhin floß das Wasser über in die Motorbilge… Heute bin ich per Überlandbus durch die schönen Vogesen nach Epinal in die große Stadt gefahren. U.a. hab ich einen USB-Stick zum mobilen Internetanschluß erworben. Man hat ja sonst nichts zu tun. Ist diese Technologie schon in Deutschland schwer durchschaubar, kommt hier erschwerend hinzu, dass die Franzosen JEDEN englisch angehauchten Begriff durch französische Wortschöpfungen ersetzen, die einen zur Verzweiflung treiben. Da verwandelt sich der einfachste Text in Serbokroatisch oder so. Weiter kommt hinzu, dass das französische Fachpersonal die englischen Begriffe nicht einmal kennt (teilweise) und auf meine Frage, was den die Einheit “Mo” sei, erntete ich nur bedauerndes Kopfschütteln (mittlerweise weiß ich’s: Mega-octet entsprechen unseren Mb…). So, jetzt hab ich also das Ding gekauft und installiert und kriegs nicht gestartet, weil die SIM-Karte “préactivé” werden muss und zwar von einem FESTNETZ-Telefon aus. Jetzt darf ich also morgen erstmal eine Tefonkarte dafür kaufen und die Spinnweben von der lokalen Telefonzelle entfernen. Wie gesagt: man hat ja sonst nichts zu tun.


03.08.2010

Vierter Wartetag! Geruechteweise soll gestern ein EXPERTE die kaputte Schleuse BESICHTIGT haben! Na da muss man doch Hoffnung haben. Die ersten Boote unserer Notgemeinschaft sind nach Norden geflohen, ein Schweizer Boot wird morgen per Kran abgeholt. Fuer uns kommt eine Alternativroute nur bei Wartezeiten groesser vier Wochen in Frage. Das waeren etwa 150 Schleusen zusaetzlich… Bin heute mit dem Fahrrad nach Bains les Bains, wo es richtiges Internet gibt! Urlaub machen ist gar nicht so einfach. Hab schon die Lichtmaschine gewechselt sowie die Deckwaschpumpe zerlegt und weggeschmissen. Margrit zirkelt in Deutschland durch die Geschaefte und besorgt Ersatzausruestung.


01.08.2010

Fontenoy le Chateau

Fontenoy le Chateau

Jetzt hat es uns doch erwischt! Nachdem wir zunächst gerüchteweise gehört hatten, dass eine Schleuse weiter unten wegen Reparatur für eine Woche gesperrt werden sollte, haben wir uns so beeilt, dass wir am Freitag in einem Mammutprogramm 34 Schleusen bewältigten. Mit dem Ergebnis, dass sie uns praktisch den Kanal vor der Nase zu gemacht haben: Vorläufig anvisiertes Arbeitsende soll der 11.August sein! So hängen Rover und Marysol nun in Fontenoy le Chateau fest, mitten in den Bergen der Vogesen. Das Dörfchen hat seinen Charme, zugegeben, es gibt Baguette, Wasser, Duschen und Strom. Wir hätten es schlechter treffen können. Auch weiter oben wurde zugemacht, sodass auch keine zusätzlichen Boote nachkommen. So bilden wir also eine bunt zusammengewürfelte Notgemeinschaft aus Engländern, Neuseeländern, Schweden, Schweizern, Holländern, Franzosen und Deutschen. Lorenz, Sabine und Margrit beschließen, einen Kurztrip nach Hause zu unternehmen. Mit einem Mietwagen verlassen sie mich Sonntag morgen und ich seh‘ mich plötzlich gezwungen, “Urlaub” zu machen.