Rover on tour

Logbuch


29.07.2010

Wir sind über den Berg! Heute bringen uns in einem Gewaltakt 20 Schleusen rund 60 m höher auf 360 m über NN. 15 davon sind eine richtige Schleusentreppe, wo zwischen den einzelnen Kammern kaum Zeit bleibt, die Leinen wieder zu ordnen. Aber dann sind wir OBEN und schlängeln uns durch einen derart schmalen und zugewachsenen Kanal, dass einem fast Zweifel an der Richtigkeit der Strecke kommen. Hier ist die Wasserscheide zwischen den Wassersystemen, die sich nach Norden bewegen und den anderen, die ins Mittelmeer fließen. Von nun an geht’s bergab: Das Mittelmeer saugt uns an! Schleusenzähler auf 171. (Anmerkung zum position report: kriege zurzeit keine Verbindung zu dem zuständigen Server in San Diego.)

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26.07.2010

Herrliches Gefühl, mit dem reparierten Schaltzug wieder unterwegs zu sein! Heute kreuzte der Kanal auf einem Viadukt die Mosel … was man  mit einem Schiff nicht alles machen kann, über Brücken und durch Tunnel … Nach 15 Schleusen landen wir abends in Charmes, wo wir wohl eine längere Pause einlegen müssen. 40 km weiter ist eine Schleuse schon länger kaputt, Schätzungen lauten bis Mittwoch – mais on ne sais jamais. Hier geht’s uns aber gut, die Versorgung mit Baguettes, Lidl und Waschsalon ( und Internet!) ist gesichert. Für die 50 Wohnmobile von gegenüber sind wir Teil des maritimen Ambientes.


25.07.2010

Wenn wir weiter so wenig Strecke pro Tag machen, werden wir noch viel Spaß in Frankreich haben. Heute 11 km, dann schönes Warteplätzchen, wo wir auf Sabine warten, Martin von Marysol verlässt uns heute. Sabine bringt das sehnsüchtig erwartete Ersatzteil mit!! Mit viel Schimpfen und Rückenverrenken kriegen wir aber alles hin und sind stolz und glücklich. Merkwürdig internationales Clientel unterwegs mittlerweile: Neuseeländer, Schweizer, Engländer, Amerikaner, Kanadier. Oft mit großen ehemaligen Lastschiffen mit 80 m² Wohnraum. Morgen dürfen wir weiter. Wir freuen uns schon.


24.07.2010

Wir verlassen den Canal de l’Est der Maas und kommen in die Mosel. Der Fluß ist jetzt wieder breit und tief und grün gesäumt. Ein paar große Schleusen versuchen uns noch Angst einzujagen, aber dann wird’s wieder idyllisch. Mit meinem Schaltprovisorium bei offenem Motorraum komm ich einigermaßen zurecht. Aber mit Margrit als Crew ist es natürlich einfacher. Bei Toul haben wir eine “Senke” erreicht, danach schleusen wir auf den zweiten “Berg” hinauf. Insgesamt jetzt 121 Schleusen und etwa die halbe Strecke bis ins Mittelmeer!


23.07.2010

foto0385Heute gehts weiter! Die Getriebebedienung funktioniert soweit. Ich stehe dabei auf der Gräting über dem offenen Motorraum und fühle mich wie ein Maschinist. Der Lärm betäubt die Sinne, aber unser Tagesprogramm lässt sowieso nicht viel Muße zu: vier Schleusen geht’s rauf auf 256 m über NN, dann Mittags- und Arbeitspause, weil der Motor von Marysol heiß wird. Kriegen wir aber auch hin. Dann ein weiterer Tunnel: 856 m!! Direkt danach geht es wieder bergab: erste Schleuse mit 6,5 m ohne Schwimmpoller und dann allein an Bord! Aber mit etwas Leiterakrobatik kommen wir da raus. Es folgen in extrem rascher Folge elf weitere Schleusen runter nach Toul. Danach sind wir alle ziemlich geschafft. Ein schönes Plätzchen in Toul im Port de France mit Dusche entschädigt. Abends hole ich Margrit vom Bahnhof ab, die wohl noch nicht ahnt, auf was sie sich da eingelassen hat. Toul gefällt uns gut, wenn auch die Illumination der Kathedrale an technischen Schwierigkeiten buchstäblich ins Wasser fällt.