Morgens brrr … kalt, Regen, lange-Hosen-und-Socken-Wetter. Aber es bessert sich, während wir dem immer breiter werdenden Strom folgen. Die Wassertiefe der Saone ist sehr wechselhaft, einmal müssen wir Marysol rückwärts von einer flachen Stelle wieder runterziehen. Die Verkehrsteilnehmer nehmen nicht an der Zahl, wohl aber an Größe zu: zahlreiche Hotelschiffe von 200m Länge sind unterwegs. Bei der Einfahrt in die einzige Schleuse des Tages öffnen sich oben weitere Schleusen und ein Gewitterregen von biblischen Dimensionen nimmt uns die Sicht. Als wir später überlegen, wann wir wohl die ersten Palmen sehen werden, sehen wir schon die ersten! Wir kommen jetzt schnell nach Süden. Mittags Stadtbesichtigung und Essen in Macon, abends schon in Villefranche, wo es wieder regnet.
Monatsarchiv: August 2010
14.08.2010
Verdun sur le Doubs
Freitag der 13. Wenn das mal gutgeht. Schon bei der Abfahrt morgens rumpeln wir mit der Kielplatte über Hartes. Aber dann wirds doch noch wunderschön. Der Fluss wird immer breiter (100 m) und tiefer (5 – 7m). Auch die Schleusen sind von 40 m Länge auf 200 m gewachsen. Aber sie liegen mittlerweile mindestens 15 km auseinander. Mittags probieren wir was Neues: wir ankern am Rand außerhalb des Fahrwassers und gehen baden! Sowas Feines! Man fühlt sich wie neugeboren, fast könnte man meinen, wir hätten Urlaub… Die Saone hat mittlerweile auch eine eindeutig gerichtete Strömung, zum Glück schwimmen wir bergab. Über die schönen Städtchen Auxonne, St. Jean de Losne und Seurre kommen wir abends nach Verdun sur le Doubs. Beim ersten Anlegeversuch bin ich wieder dankbar für unsere starke Kielsohle, denn wieder rumpeln wir über ein “Riff”. Soviel mittelalterliches Gerümpel im Wasser nahe den alten Gemäuern. Ein urfranzösisches Städtchen wie aus dem Bilderbuch. Und morgen früh gibts wieder Baguette und Croissants.
12.08.2010
Der Tag fing gleich mit einem weiteren 840 m langen Tunnel an. Dann ruhiges Flusswandern auf der Saone zusammen mit Marysol. Mittagspause in Gray, dann noch weiter bis Pontailler sur Saone. Soweit so gut. Schlechte Neuigkeiten: Den “position report” in der bisherigen Form muss ich leider einstellen, da mein Zugang zu dem System gesperrt wird… Ich arbeite aber an einem Nachfolger über das neuseeländische Pangolin-System. Warten wir’s ab.
Port sur Saone
Gestern abend war in Port sur Saone noch der Bär los: zum Start eines Folklore-Festivals zogen die Teilnehmer von ca. 12 – 15 Staaten in einheimischer Tracht und tanzend und singend an uns vorbei, während wir im Cockpit zu Abend essen: Südafrika, Costa Rica, Kasachstan, Sardinien, Brasilien etc. Ein bunter Reigen. Und jeder zweite Zuschauer wünscht “Bon appetit”. Gekrönt wurde die Angelegenheit durch ein Mega-Feuerwerk fast direkt vor unserem Bug. Na so was. Highlight der heutigen Tour: Tunnel 860 m! Aber wir sind schon so cool, dass wir im Tunnel Kaffee kochen. Naja, das stimmt nicht ganz. Aber schöne Filmaufnahmen haben wir gemacht. Erstaunlich wenig Bootsverkehr, zunehmend Mietboote, für die man keinen Führerschein braucht. Vorsicht ist also angebracht. Ganz knapp vor dem nächsten Tunnel finden wir ein Plätzchen für die Nacht (mit Dusche). Marysol ist auch hier. Wir fahren nicht im direkten Konvoi, sondern treffen uns immer wieder. Illegalerweise benutzen wir den Seefunk, um in Kontakt zu bleiben. Aber nicht weiter sagen.