Internetmoeglichkeiten werden lästig schwierig. Aber soweit alles klar. Gestern war ich im Krankenhaus wegen einem Nierensteinchen, das mir den Atem raubte, aber inzwischen ist alles wieder gut und wir düsen weiter. 69 Schleusen, 155 m ueber dem Meer. Ansonsten auch mal bei “Marysol” nachgucken (siehe Link).
Monatsarchiv: Juli 2010
14.07.2010
Mittags kommen wir aus den Ardennen raus und landen in Charleville-Mézieres, wo uns ein tropischer Gewittersturm im Hafen beutelt. Nettes Städtchen mit sehr modernem Hafen mit allen Schikanen. Schleusenzähler 61 (wir sind schon ganz schön schnell mit diesen automatischen Dingern, die man per Fernsteuerung antriggert und wo man nach dem Festmachen des Bootes den Fahrstuhl startet, jedes Mal so 2 bis 4 m nach oben), 144 m über NN.
13.07.2010
Und die Maas mäandert weiter durch die Ardennen und wir mit ihr. Eindrucksvoll friedliche stille Landschaft mit hohen bewaldeten Felsen zieht an uns vorüber. Kaum Verkehr, in den Schleusen sind wir allein. Marysol ist nur noch 35 km hinter uns, wird immer wieder aufgehalten. Wir wollten heute nur 8 km bis Revin fahren, aber die dortige Phalanx der holländischen Camping-Motorboote öffnete sich nicht für uns und wir fanden keinen Platz. So endeten wir mehr oder weniger mitten im Wald bei Flusskilometer 48 in völliger Alleinlage. Abends erkunden wir per Bordfahrrad die nächsten 5 km von Land aus.
12.07.2010
Du lieber Himmel! So viel Aufregung! Thema des Tages war nicht das Gewitter mit Tropenregen und Orkanböen, nicht die mit Fernsteuerung zu bedienenden automatisierten Schleusen, sondern der TUNNEL !! Ein bisschen unvorbereitet steuern wir nach der ersten Schleuse plötzlich auf ein Loch in der Felswand zu und schon wird es dunkel. Der Vordermann verdeckt das Tageslicht am Ende des Tunnels und wir sind fast blind. Links, rechts und oben ca. 2m Platz. Nach 565 m Luftanhalten sind wir durch und flutschen sofort in die nächste Schleuse. Heute kurze Etappe, um Marysol aufholen zulassen, aber nach 24 km ist unser Adenalinvorrat für heute sowieso verbraucht und wir bleiben in Fumay. Kleines französisches Dorf zwischen Idylle und Verfall, sehr liebenswert. Da nehmen wir in Kauf, dass Rover beim Anlegen mit dem halb aufgeholten Kiel über die Steine rumpelt. 116 m über NN.
11.07.2010
Belgien wird immer schöner, bis es schließlich in Frankreich übergeht. Heute neun Schleusen, aber eher klein und kein Berufsverkehr. Für die Leinenbedienung bei nur zwei Mann Besatzung müssen wir ein bisschen zaubern, aber mit etwas Übung klappt es ganz gut. Unsere ornitologischen Studien gehen weiter: wir entdecken die Scheue Schleusenschwalbe, die mit dem Schwarzen Schleusenschleim in Symbiose lebt. Ansonsten ist es in erster Linie HEISS. Schleusenzähler 45, Höhe über dem Meeresspiegel 103 m. Marysol ist uns hart auf den Fersen, wird aber durch Schleusenprobleme aufgehalten. Ich kämpfe mit Computerproblemen, stundeslanges Rumfummeln macht schlechte Laune, aber am nächsten Morgen nach ausreichend Kaffee ist die Verbindung wieder möglich. Also: wenn wir mal einige Zeit nichts von uns hören lassen, heißt das nicht notwendigerweise, dass wir untergegangen sind.