Rover on tour

Logbuch


Amorgos 3

eingewehte Seglergemeinde in Amorgos

So schön die Insel Amorgos mit ihren Dörfern, dem Kloster und den Felsen auch sein mag, die Zustände am Hafen spotten jeder Beschreibung. Bedingt durch sicherlich notwendige Bauarbeiten rattern und kreischen unmittelbar vor dem Boot Presslufthämmer, Bagger, Betonsägen und Winkelschleifer. Die Arbeiten gehen auch unbeeindruckt von dem zunehmenden Wind weiter, der am Vormittag bis zu 38 Knoten (Windstärke 8) aufbietet. Der Wind kreischt in den Takelagen und die Boote neigen sich mit jeder Böe zur Seite. Alle haben Angst, dass die Anker ausreißen und riggen zusätzliche Leinen. Die ersten Boote schlagen mit dem Heck schwer an die Betonpier. Eine in der Mitte des Hafenbeckens ankernde Yacht reißt sich los und wird mit dem Wind in die Bucht hinausgetrieben. Die Besitzer sind an Land, springen sofort ins Schlauchboot und holen ihr Schiff schließlich ein. Da fasst der Wind unter das Dinghi und es kentert kopfüber. Jetzt werden die ersten Zuschauer aktiv und bald sind zwei Fischerboote draußen und fangen alle wieder ein. Beim Zurückschleppen der Yacht mit der schleifenden Ankerkette werden um ein Haar ein halbes Dutzend der Boote an der Pier „entankert“. Die Adrenalinwellen schlagen hoch und es taucht die alte Frage auf: warum tut man sich das an …


Amorgos 2

Bucht von Katapoula, Amorgos

Bucht von Katapoula, Amorgos

Nach dem Frühstück sind unsere Kollegen alle schon wieder unterwegs und wir mieten uns einen „kräftigen“ Scooter, der uns über die Insel trägt. Erstes Ziel ist das alte Kloster aus dem 11. Jahrhundert, das wie ein Schwalbennest an die Felswand geklebt ist. Der Oberpope begrüßt uns mit rituellen Getränken und süßen Kleinigkeiten. Ein unglaublicher Platz, von Mönchen erbaut, die ihr Heimatkloster in Palästina nachgebaut haben. Die orthodoxe Kirche ist mir erschreckend unbekannt. Zufällig treffen wir einen griechischen Professor für Theologie, der die Trennung von der westlichen Christenheit aufgrund von unterschiedlicher Meinung über die Zuordnung des Heiligen Geistes zum Vater und/oder Sohn im Jahre 1054 erklärt. Na denn. Wir erholen uns von dem schweißtreibenden Aufstieg in den Gassen der alten Hauptstadt Chora – Griechenland wie aus dem Bilderbuch! Für morgen sind böse Winde aus der Richtung, in die wir wollen, angesagt und wir werden den Scooter wohl noch einen weiteren Tag behalten.


Amorgos 1

Sind nach „Spritztour“ (22 Knoten Wind gegenan) gut in Amorgos angekommen und haben sogar das gefürchtete Ankermanöver mit Heck an die Pier gut gemeistert. Internetanschluss wieder existent. Morgen mehr.


Levitha

Abschied von Leros

Abschied von Leros

Ankerfeld auf Levitha

Ankerfeld auf Levitha

Wir sind auf und davon! Nach großzügigen Einkaufsorgien und Last-Minute-Reparaturen haben wir Leros verlassen und uns wieder dem Meer überantwortet. Der Aufbruch fällt doch immer wieder schwer nach längeren Aufenthalten. Aber „la mer est belle“ und ein leichter Wind pustet uns zu der kleinen Insel Levitha. Eigentlich ein öder Felsbrocken mit kaum Gestrüpp. Doch es gibt eine feine geschützte Bucht, in der 10 Bojen ausgelegt sind, an denen man für 7 EUR festmachen kann. Gegen 16 Uhr sind alle Bojen belegt! Soviel Betrieb hatten wir in dieser frühen Jahreszeit nicht erwartet. Der Ziegenwirt der kleinen Taverna erzählt uns, dass die griechische Regierung auf der Insel 45 Windkraftanlagen à 3 MW aufstellen will! (Wer das wohl bezahlt…?) Das wäre dann das Ende vom idyllischen Ankern. Wir werden von Barry, einem britischen Einhandsegler, auf seine fast neue Jeanneau 42 eingeladen und mit Wein abgefüllt. Nach der Rückkehr auf unser Boot kommt uns Rover wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit vor.


Bier und Chips

Da die WLAN-Abdeckung der Marina vorläufig endgültig kollabiert ist, müssen wir zur weltweiten Internetanbindung jedes Mal in die Bar „Skipper’s“ und uns den Anschluss mit Bier und Chips erkaufen. Was tut man nicht alles… Rover kam heute zurück ins angestammte Element. Hat alles super geklappt, Schiff ist dicht, Motor lief auch noch. Irgendwie hat man jedes Mal nach so langer Bootsabstinenz Zweifel, dass die Handgriffe noch sitzen, aber wir haben das Boot an den Liegeplatz gebracht, ohne Schaden anzurichten. Das lässt hoffen. Morgen werden die Segel wieder angeschlagen und der Wetterbericht studiert.