Rover on tour

Logbuch


Ajaccio

"Independance of the Seas" in Ajaccio

„Independance of the Seas“ in Ajaccio

Endpunkt der gestrigen Segeltour, die teilweise in lästige Schleuderei ausartete, war die große Stadt Ajaccio (sprich Adschackssio o.ä.). Nachdem wir das uns im Hafenbecken entgegenstartende Wasserflugzeug verdaut hatten, erkannten wir die Hochhausfront dahinter als Kreuzfahrtschiff “Independence of the Seas”. 15 Decks, 3600 Passagiere, 1365 Mann Besatzung, 338 m lang, mit Kletterwand, Eislaufbahn und Minigolfanlage. Was will man eigentlich mehr? Oder etwa weniger? Die Stadt entpuppte sich als kuscheliger als erwartet, wir fühlten uns ganz wohl. Auf dem Nachbarboot lernten wir Sabina und Stefan aus Basel kennen, die gerade von einer 10-jährigen Weltumsegelung zurück sind. Sie waren monatelang auf einsamen Atolls im Pazifik, wo (noch) keine Independence of the Seas hinkommt. Heute ging’s dann etwas ruhiger weiter an der spektakulären Felsküste entlang nach Norden bis in den kleinen Hafen von Cargèse. Nur eine Handvoll Boote und gute Livemusik, die in der ganzen Bucht zu hören war und schließlich auch uns in die Kneipe lockte.


Olbia

Wir sind zurück in Frankreich, sprich Korsika. Eine geschützte Ankerbucht nördlich von Bonifacio kam uns am Ende des Segeltages sehr gelegen. Die berüchtigte Straße von Bonifacio war gnädig mit uns. Anders als gestern, als wir von Olbia/Sardinien wieder auf Nordkurs gingen. Bis zu 2,5 m hohe Dünung, Windstärke 6, und wir mussten (natürlich) gegenan. Nach solchen Eskapaden ist das Schiff total salzverkrustet. An Bord alles wohlauf und munter. Wir rechnen damit, in den nächsten Tagen Marysol wieder zu treffen, die gerade Korsika von Norden her aufrollen.


Maddalena bis Cala Volpe

La Maddalena: unsere erste Stadt in Italien. Wie aus dem Bilderbuch: Vespas knattern, Fiats hupen, Glocken läuten, Carabinieri stolzieren vorbei, Siesta von 12 bis 17 Uhr. Und wir mittendrin. Der Höhepunkt des öffentlichen Lebens scheint ab 23 Uhr zu beginnen. Vorher ist es einfach zu heiß. Ich muss unbedingt Italienisch lernen. Anders und Britt-Marie sind heute morgen dann zum großen Schlag rüber ans ialienische Festland gestartet. So tingelten wir heute allein durch das Maddalena-Archipel bis nach Porto Cervo. Geblieben sind wir dort nicht, denn Boote unter 20 Meter haben hier nicht wirklich eine Existenzberechtigung. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, eine geschützte Ankerbucht ohne Schwell und fiese Unterwasserfelsen zu finden, landen wir schließlich in der Cala Volpe und alles ist gut.


Straße von Bonifacio

Heute gings zunächst zu der (französichen) Insel Isla Lavezzi, wo wir uns in eine postkartenschöne Ankerbucht quetschten, zum Baden und so. Als es uns dann doch langsam zu voll wurde, flohen wir nachmittags über die Straße von Bonifacio in das (italienische) Maddalena-Archipel, wo wir in einer Bucht von Isla Santa Maria schon von der Reginan erwartet  wurden. In der Straße selbst stand noch eine beeindruckende, langsame Dünung, so hoch, dass man im Wellental die nahe Küste nicht mehr sehen konnte.


Bonifacio

Wir sind (immer noch) in Bonifacio an der Südspitze Korsikas. Der Weg hier runter war ein bisschen zum Abgewöhnen. Da die Windvorhersagen eine große Ungenauigkeit aufweisen, sahen wir uns unerwartet mit einem Gegenwind Stärke 5 bis 6 konfrontiert, was zu ruppigen Schiffsbewegungen und erbärmlich langsamem Vorwärtskommen führte. Irgendwann hatten wir aber eine akzeptable Kombination von Geschwindigkeit, Segelfläche, Motorleistung und Kurs gefunden. Die Lage von Bonifacio ist schlichtweg abenteuerlich. Am Ende eines engen Fjords gelegen und umgeben von steilen Felsen hatten wir einen geschützten Ort gefunden, um die angekündigte Starkwindphase auszusitzen. Diese hält gerade (Donnerstag abend) noch an, soll aber heute nacht aufhören. Wir haben schon ausgecheckt und wollen morgen über die kleinen Inseln in der Straße von Bonifacio rüber nach Sardinien, wo Britt-Marie und Anders von der Reginan schon auf uns warten. Heute morgen war ich noch oben im Mast, um die Befestigung der UKW-Antenne nachzuziehen. Schöner Blick über einen fantastischen Ort! Im Übrigen haben wir uns entschieden, das Boot am 27.September in Port Napoleon an der Rhonemündung zur Überwinterung an Land zu setzen, sodass wir jetzt noch gut 2 Wochen haben, um dorthin zu kommen.