Rover on tour

Logbuch


Port Napoleon

Vorbei an den bizarren Felsformationen zwischen Cassis und Marseille queren wir die Bucht von Marseille. Bleierne Windstille. Das Wasser ölig glatt. Der Horizont verschwimmt im Dunst. Oder ist es schon Nebel? Da tauchen plötzlich zwei, drei – nein, sechs bis 12 riesige Containerschiffe und Öltanker auf, die im Golf de Foz auf Reede liegen. Wir winden uns zwischen ihnen durch und gelangen schließlich in die bekannten Gewässer unseres Zielhafens Port Napoleon. Dann liegen wir am Steg. Unsere Fahrt ist für dieses Jahr zu Ende. Unseren Krantermin können wir problemlos von Montag auf morgen nachmittag vorverlegen. Da morgen eventuell schon der Wetterumschwung mit Wind und Regen kommt, schlagen wir noch schnell die Segel ab, bevor wir vor den Sumpfmücken der Camargue ins Innere des Bootes flüchten.


Porquerolles – Cassis

Wir sind zurück am “Festland”, falls man die vorgelagerte Insel Porquerolles so bezeichnen darf. Nach einer glatten Überfahrt bei fast Vollmond fällt der Anker bei Sonnenaufgang durch vier Meter kristallklares Wasser in den weißen Sand. Immer wieder unglaublich. Und die Pinien und Eukalytusbäume duften immer noch. Trotzdem fühlt man, dass der Sommer sich dem Ende zuneigt. Man wartet mit dem Schwimmen ums Boot bis nach dem Frühstück, überlegt abends gar, lange Hosen anzuziehen. Die Bojen, die den Ankerplatz kennzeichnen, werden eingeholt, die Häfen leeren sich. Der Wetterbericht kündigt ab Freitag den ersten Mistral-Herbststurm an mit richtig viel Regen. Noch ist davon nichts zu merken, aber wir gehen ankerauf und verholen zusammen mit Marysol schon mal 35 Meilen weiter nach Westen in den hübschen Ort Cassis. Hier tobt noch mal richtig das mediterrane Leben. Wir stellen uns  langsam auf die Winterpause ein. Morgen solls zurück nach Port Napoleon gehen.


auf See

unterwegs

unterwegs

Zwischenmeldung:

13.15 Uhr, Position N42°24,313, E008°19,095, momentane Geschwindigkeit über Grund 5,7 kn, Kurs 293°, noch 91,8 Meilen bis zum Wegepunkt Porquerolles, voraussichtliche Ankunftszeit dort 06:20 Uhr morgen früh. Wind NNE 2-3, zu wenig zum reinen Segeln, so brummelt der Perkins mit 1000 Umdehungen mit. Leichter Restschwell von Backbord. Bewölkungsgrad 0,5% (geschätzt). Ist das ein feines Leben!


Girulata

Das hatten wir uns anders vorgestellt: unsere nette stille Ankerbucht von Girulata verwandelte sich im Laufe der Nacht in einen brodelnden Hexenkessel, der die Boote tanzen und die Muringleinen ächzen ließ. Eine Mistralwetterlage im Golf de Lion sorgte für reichlich Wind und Schwell aus West, der uns fast aus der Koje warf. Den Großteil des Tages verbrachten wir damit, zu warten, bis die Verhältnis sich soweit beruhigt hatten, dass wir mit dem Dinghi an Land rudern konnten, um mal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Auch der schien allerdings zu schwanken. Morgen wollen wir von hier aus direkt zurück ans französische Festland, ca. 22 Stunden Fahrt. Wir melden uns, wenn wir wieder können.


Girulata

Gemütliches Hinübergleiten von Cargèse nach Girulata (siehe Kartenmarkierungen auf dem Link “Rovermap”). Teilweise ist sogar ansatzweise Segeln möglich, dann aber wieder eher doch nicht. Das Wetter hat etwas umgeschlagen, Wolken etc. sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Abends regnet es sogar,  allerdings recht warm. Die Luft riecht erdig und nach feuchten Pinien, als wir unsere abendliche Runde ums Schiff drehen. Die Wettervorhersagen sind wankelmütig. Wir brauchen noch ein akzeptables Wetterfenster für die Überfahrt von Korsika ans französische Festland.