Rover on tour

Logbuch


Calvi

Wir sind in Korsika! Gestern vormittag noch schnell das Dinghy an Deck verstaut, optimistischerweise die Windselbststeueranlage klargemacht und dann Anker auf! Wieder mal wenig bis kein Wind, der Motor lief die ganzen 115 Meilen. Ein bisschen Alibi-Segelhochziehen dazwischen. Zunächst noch deutliche alte Dünung aus Nordost, ohne Segel eine schaukelige Angelegenheit. Später dann ruhiger. Unglaubliche Milchstraße. Der Viertelmond kam erst um 2 Uhr morgens. Zwei, drei Boote liefen in einigem Abstand parallel, gute Gelegenheit, mit dem Radar zu spielen. Navigation in Zeiten  von GPS kein Problem, der Wegepunkt vor Calvi erlaubt eine Punktlandung. Alle zwei Stunden machen wir Wachwechsel, sodass beide ein bisschen Schlaf kriegen. Dann gegen 0700 Uhr Sonnenaufgang über der felsigen Skyline von Korsika und um 0820 sind wir fest im Hafen. Richtig rückwärts an die Pier mit Mooringleinen, wie im Mittelmeer üblich. Calvi ist zwar sehr touristisch, aber eben auch sehr schön mediterran, wie im Bilderbuch! Die alte verwinkelte Zitadelle gestattet einen weiten Blick in diese Szenerie. Wir liegen wieder zusammen mit der schwedischen Reginan und gehen mit Britt-Marie und Anders abends vorzüglich speisen. Sie sind auf dem Weg nach Malta, wo sie ihr Renterleben beginnen wollen. Calvis Nachtleben scheint rege zu sein, aber die Discomusik hindert uns nicht, Schlaf nachzuholen.


Porquerolles

Das bißchen Wind, was war, kam daher, wo wir hin wollten. Also wieder mal M.S. Rover. Aber super Ankerplatz vor der Insel Porquerolles, zusammen mit der schwedischen Reginan von Britt-Marie und Anders. Ausführliche Schlauchbootabenteuer mit unserem altersschwachen 2 PS Yamaha. Morgen soll’s rüber nach Korsika gehen, d.h. Nachtfahrt. Wir melden uns, sobald wir wieder online gehen können. Aktuelle Positionsmeldungen versuchen wir unter “Rover map” zu geben (siehe Link).


la Ciotat

So, der Mistral hat sich ausgepustet. Wir brechen auf ins weite Meer! Von weitem sieht man erst, was für ein Dreckschleier über dem Golf de Foz liegt. Draußen ist Wind, aber weitgehend kommt er von dort, wo wir hinwollen. Also viel motoren. Die Küstenlinie ist gespickt mit bizarren Felsformationen. Abends ankern Marysol, die schwedische Reginan und Rover in einer Bucht östlich von La Ciotat. Das Wasser ist unglaublich klar. Man sieht auf 7m Wassertiefe jeden Grashalm. Schwimmen ums Schiff obligatorisch. Erst danach sehen wir ganz fiese Quallen, die wahrscheinlich fleischfressend sind …


31.08.2010

Wir hängen hier immer noch rum. Der Mistral wütet fast ununterbrochen mit 6 bis 8 Beaufort und zerrt an den Nerven und uns die Spaghettis von der Gabel. Ebenso ist es empfindlich kalt geworden: 25 Grad, Brrr! Langehosenwetter. Marysol wird noch weiter vorbereitet, Segel anschlagen zurzeit etwas abenteuerlich. Sabine ist vorübergehend nach Oldenburg zurück. Rover soweit fertig wie möglich. Das “Wasser-in-der-Bilge-Problem” ist nach wie vor ungelöst,  tritt aber nur bei Motorbetrieb auf. Wir warten also auf ein Nachlassen des Windes, welches für vor zwei Stunden angekündigt war…