Monatsarchiv: Juli 2014
Willemstad
Bei der Ausfahrt aus Antwerpen queren wir den gesamten Handelshafen für die Binnenschifffahrt. Ein unglaubliches Gewusel von Schiffsgiganten zwischen 100 und 200 m Länge. Alles kreuz und quer, weil überall Docks und Hafenbecken abzweigen, Schleusen sich öffnen oder Brücken über Nebenkanälen hochgezogen werden. Wir fühlen uns wie ein Mäuschen, das versucht, nicht unter die Füße von Elefanten zu kommen. Aber alles geht gut und an der Grenze des Hafengebietes fahren wir in die Schelde-Rijn-Verbinding ein und melden uns von Antwerpen Port Control ab (VHF Kanal 2). Sofort wird es ruhig und beschaulich und in Tholen finden wir in einem typisch holländischen kleinen Dorf einen schönen Übernachtungsplatz. Bei der Weiterfahrt verlassen wir bald diesen modernen Kanal für die Grossschifffahrt und kommen in den (das?) Volkerak, eine weite freie Wasserfläche, wo zwischen den zahlreichen Binnenschiffen fleißig gesegelt wird. Eine letzte Schleuse (voller Segelboote) bringt uns in das Hollandsdiep, das offenbar die Mündung von Rhein und Maas darstellt. Unser nächster Hafen heißt Willemstad und quillt über vor polierten Segel- und Motorbooten … die Hauptsaison hat uns eingeholt. Einige der Boote würden auch im Mittelmeer was hermachen und wir fühlen uns mit unserem etwas mitgenommenen Rover ein bisschen fehl am Platz.
Antwerpen
Eine letzte Seeschleuse entlässt uns aus dem Kanal in die Schelde und damit in ein Tidenrevier, das der Außenweser nicht unähnlich ist. Natürlich haben wir prompt auflaufendes Wasser und damit Gegenstrom. Egal. Alles fühlt sich anders an: die Weite, die Seeluft, die Wellen. In Antwerpen wissen wir zunächst nicht, wohin. Unsere Karten sind zu ungenau, eingezeichnete Schleusen sind teilweise nur Wehre, die bei Wassergleichstand öffnen. Die Wasserschutzpolizei (!) hilft uns mit etwas konkreteren Angaben auf die Sprünge und wir landen im Herzen Antwerpens, im alten Hafen von Willemdok. Besser hätten wir es nicht treffen können. Die Stadt entpuppt sich als echtes Highlight: quirlig, vielseitig, bunt und kulturell. Von dem neuen Museum an de Stroom (MAS) direkt am Hafen (phantastische Architektur) kriegen wir unter andere einen guten Überblick über Antwerpen.
