Rover on tour

Logbuch


Porquerolles

Wir sind über den großen Teich! Das heißt, von Girolata (Korsika) nach Porquerolles (französische Südküste), ca. 120 Meilen. Die Nachtfahrt war nach einem unruhigen Anfang erfreulich sanft. Nur die französischen Behörden scheinen uns auf dem Kieker zu haben: zuerst kommt uns 20 Meilen hinter Korsika ein Hubschrauber der CoastGuard nachgeflogen, glotzt uns an mit Riesenkamera und dreht wieder ab; dann kommt nachts die Marine fast längsseits, hält sich aber doch fern; am Ankerplatz schließlich entert uns der Zoll mit drei Bewaffneten und guckt in jedes Schapp… Nicht unfreundlich, aber überflüssig. Vor der Pizza an Land steige ich ins Tauchkostüm (bei 14,5 Grad Wassertemperatur) und bearbeitete mit breitem Eiskratzer das Unterwasserschiff. Der Bewuchs ist schier unfassbar (siehe grünes Urwaldfoto). Die langen „Stiele“ sind 8 bis 10 cm lang! Frage an Biologen: um welche Gattung handelt es sich hier?? Ansonsten total idyllischer Ankerplatz mit zahlreichen Wochenendgästen.

IMGP0897


Girolata

Ruhige Motorfahrt mit Segelunterstützung entlang phantastischer Hochgebirgspanoramen! Wir haben das Mittelmeer fast für uns allein, noch ist Winter bzw. Vorsaison. Für erste Ansätze von Sonnenbrand reicht es trotzdem. Wir kommen ein gutes Stück nach Norden, bis in die kleine versteckte Bucht von Girolata. Auch hier liegen wir fast allein vor zwei Bojen. Der Ausflug ins Hinterland eröffnet traumhaft schöne Aussichten! Nach den abendlichen Nudeln treffen wir Vorbereitungen für die große Überfahrt ans französische Festland…


Ajaccio

Die Weiterfahrt nach Ajaccio geriet trotz Flaute wegen erheblicher alter, konfuser Dünung bis zu 2 Meter zu einer Achterbahnfahrt. Alle losen Teile im Schiff suchten sich einen neuen Platz. Vor allem das Geschirr sortierte sich lautstark neu. Die von Till am Vortag avisierten Bratwürstchen „um Punkt 12 Uhr Mittag“ fielen wegen akutem Desinteresse aus. Und so rollten, schlingerten, stampften und gierten wir also gen Ajaccio, wo wir trotz allem wohlbehalten ankamen.


Propriano


Bonifacio

Weil’s hier so schön ist, bleiben wir noch einen Tag und machen die Gegend unsicher. Die Altstadt ist von der Lage und der Bauart her einfach fantastisch! Nachmittags laufen wir in die andere Richtung und geraten in dichten Nebel. Sehr spannend, vor allem die kurzen Ausblicke, wenn der Nebel sich kurz liftet. Wir finden aber zurück zum Boot und Till testet die Amateurfunkanlage. Einige kurze Gespräche mit Deutschland, Lettland und Griechenland belegen, dass alles einwandfrei funktioniert! Unser abendlicher Ausflug in ein „gutes“ einheimisches Restaurant führt zu stilvoller Nahrungsaufnahme und dem Gefühl, eine gute Vorspeise verzehrt zu haben. Morgen soll’s weiter gehen!