Rover on tour

Logbuch


Macon

In kleinen Schritten arbeiten wir uns nach Norden. Die Saone ist die Ruhe selbst. Idülle pur. Die Dörfer strahlen das typisch südfranzösische mittelalterliche Flair aus. Die Immobilienpreise für diese historischen Ruinen liegen auf dem Niveau des Genfer Sees. Aber wir haben ja alles, was wir brauchen. Gestern Montmerle, heute Macon – schon fast eine Großstadt. Am ersten Mai bleiben die Schleusen geschlossen. Aber wir haben Zeit.

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Albigny sur Saone

Der Regen macht Pause und wir streifen ein bisschen durch Lyon. Dann die ersten Kilometer auf der Saone. Das Gefühl auf diesem Fluss ist total anders als auf der Rhone: alles ist ruhiger, gelassener, kleinräumiger und riecht anders. Ich glaub, es wird gut.


Lyon

Wieder ist eine Etappe geschafft: die Rhone liegt hinter uns! Im Großen und Ganzen hat sie uns wohlwollend behandelt. Die gefürchtete Strömung hielt sich in Grenzen (die Schneeschmelze in den Alpen hat noch nicht eingesetzt) und der Wasserstand war ungewöhnlich niedrig. Alle Schleusen haben wir heil gelassen. Der Dieselverbrauch lag naturgemäß deutlich höher (> 5 Liter/Std.) als unser Durchschnitt (3.0 Liter/Std.). Aber der Perkins hat tapfer und ohne Murren seine Aufgabe erfüllt. Nun liegen wir also in Lyon an der alten Steinpier im Zentrum. Dauerregen. Der neue Hafen ist eine Enttäuschung. Eine architektonische Alibieinrichtung für maritimes Flair des brandneuen, supermodernen Hafenviertels, leider außerhalb der Stadt, zu klein und sofort verstopft mit einheimischen Kleinfahrzeugen. Von unserem zentralen Liegeplatz aus haben wir Zugang zu Supermarkt & Co. und auch zu einem Telekommunikationsspezialgeschäft, wo wir nun doch eine französische Sim-Karte für unseren Internet-USB-Stick kaufen und damit wieder spontan communicado sind. Violà.

Und zur Erbauung noch ergötzliche Beispiele moderner französischer Architektur (aufgenommen auf 1 Kilometer Saone-Ufer):


Tournon und Condrieu

Der Wasserstand in der Rhone ist zurzeit so niedrig, dass wir uns immer wieder mit hochgezogenem Kiel durch Schlamm wühlen müssen, um an eine Anlegestelle zu kommen. Tournon ist so ein Fall, darüber hinaus aber ein allerliebstes südfranzösisches Städtchen. Wir gehen fein essen mit Robert, denn seine letzte Nacht auf Rover hat leider geschlagen. Heute morgen hat er sein Bündel geschnürt und ist per Bahn zurück nach Genf gefahren – wir haben ihn tüchtig vermisst! Die beiden großen Schleusen heute haben wir dennoch gemeistert. Wir sind fast allein auf dem Strom, die wenigen „bateaux de commerce“, die verkehren, kennen wir fast schon alle … sie scheinen im Wesentlichen hin und her zu fahren. Ebenso die unendlich langen Hotelschiffe. Heute haben wir es bis Condrieu gebracht. Das kennen wir schon von 2010, auch die elende Querströmung im Hafen ist noch da. Aber alle Leute hier sind sehr herzlich und gern zu einem Plausch aufgelegt. Unser Französisch bessert sich langsam.


Valence

Wir kommen gut voran: heute wieder 57 km, und das gegen den Strom! Bei gleicher Drehzahl des Motors machen wir mal 5,0 kn über Grund, dann wieder nur 1,6. Viviers war ein mittelalterliches Schmuckstück. Die drei Hotelschiffe kamen erst heute nacht. Ansonsten fast kein Verkehr auf dem Strom. Die Schleusen sind spannend, schrecken uns aber nicht mehr. Andere Dinge erstaunen mehr: