Rover on tour

Logbuch


St. Mammès

auf der Seine

auf der Seine

Von Villeneuve sind wir über Pont sur Yonne und Montereau mittlerweile in St. Mammès angekommen. Damit haben wir auch schon das Ende der Yonne erreicht und befinden uns auf der Seine. Paris kann nicht mehr weit sein. Den letzten Tag sind wir zusammen mit Donna und Wyn auf ihrem 15 m/25 to-Schlachtschiff Liberté gefahren – eine ausgesprochen nette Gesellschaft, die abends ihre Fortsetzung fand! Die Seine ist ein bisschen breiter und tiefer als die Yonne und wälzt sich genauso träge gen Atlantik. Der kommerzielle Schiffsverkehr ist zurückgekehrt, hält sich aber in Grenzen. Wir genießen die letzten Tage in der Natur, bevor die Vororte von Paris anfangen. Rover ist ein bisschen zerkratzt und verdreckt von den unzähligen Schleusen und Anlegemanövern, aber nichts wirklich Schlimmes. Hier in St. Mammès hat es uns so gut gefallen, dass wir gleich einen Tag geblieben sind und uns heute per Fahrrad das Nachbarstädtchen Moret-le-Loing angesehen haben – samt Kathedrale, mittelalterlichen Türmen und Stadtmauern und allem, was so dazu gehört. Frankreichs Reichtum an historischen Gebäuden hört nicht auf, uns in Erstaunen zu versetzen. Morgen geht’s weiter Richtung Paris (noch 3 Tage) und … pssst: weitersagen: Margrit hat morgen Geburtstag!!


Joigny

 

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Der Fluss hat uns wieder!

Die relative Weite des Flusses Yonne, der uns jetzt aufgenommen hat, wirkt regelrecht entspannend. Endlich wieder ausreichend Wasser an beiden Seiten und unter dem Boot! Man kann wieder etwas schneller fahren (8,5 km/h) und sogar den Autopiloten wieder bemühen. Kein Aufwirbeln von Schlamm mehr und kein Gras im Seewasserfilter.  Die erste kurze Yonne-Etappe führt uns nach Joigny, ein weiteres mittelalterliches Kleinod. Die Kommunalverwaltungen können einem bei soviel Denkmalschutzwürdigem fast leid tun.


Migennes

St. Florentin

St. Florentin

Die letzten Kilometer des Canal de Bourgogne liegen hinter uns! Nach 16 Tagen plus drei Tagen Streik der Schleusenwärter sind wir in Migennes angekommen, wo der Kanal aus dem Fluss Yonne abzweigt. Ich vermute, dass wir damit auch das Nadelöhr der Gesamtstrecke geschafft haben. Aufgrund des verlängerten Wochenendes war zuletzt viel Verkehr durch Mietboote, die wir intern „Bum-Bum-Boote“ nennen. Da man hierfür in Frankreich keinen Führerschein braucht, sind sie zum eigenen, sowie zum Schutz von Schleusen und gelegentlichen Segelbooten über und über mit dicken Gummiwülsten und Prallplatten versehen (wie Autoscooter auf dem Jahrmarkt). Zu guter Letzt wollte uns noch eine Phalanx von 30 Anglern aufhalten, die an einem Wettbewerb teilnahmen. Ein Teilnehmer konnte nur durch beherztes Kappen seiner Schnur verhindern, dass wir seine Waffe (=Angelrute) hinter uns herzogen. Lästig, diese Angler. Abends dann noch nettes Socializing mit Jill und Frank, vor deren Reiselust wir nur erblassen können.


Tonnerre

Die Kleinstadt Tonnerre ist bedrückend. Sie ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie zahlreiche französische Dörfer und Städte innerlich zerfallen. Streckenweise hat man den Eindruck, dass ganze Straßenzüge irgendwann im Spätmittelalter, spätestens aber nach der Französischen Revolution, aufgegeben und verlassen wurden. Architektur aus mehreren Jahrhunderten zerfällt ungebremst. Klar, das Geld fehlt und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Trotzdem tut es weh. Man atmet Geschichte auf Schritt und Tritt. Wir besichtigen mehrere uralte Gemäuer, von denen Burgund so viel hat. Die letzten paar Tage haben wir nur Halbtagestouren gemacht, um mal was anderes als Kanal zu sehen. In zwei Tagen wollen wir das Ende des Canal de Bourgogne ereicht haben (kurz vor dem drohenden Kanalkoller) und kommen wieder in mehr oder weniger frei fließende Flüsse: zunächst die Yonne, dann die Seine. Unser Schleusenzähler steht bei 169.

(Anm. d. Red.: Positionsangaben werden hoffentlich wieder angezeigt…)

Hier kommt ein Gerät, das die Unterwasserpflanzen im Kanal mähen und abtransportieren soll, damit nicht Filter und Propeller ständig gereinigt werden müssen. Angeblich braucht er vier Monate für den gesamten Canal de Bourgogne.