Wir sind wieder unterwegs. Sozusagen. Die Tagesetappen liegen bei 15 km plus 10 bis 15 Schleusen. Wir sind schon ganz schön cool in den Schleusen. Trotzdem ist es anstrengend. Vor allem bei dem starken Seitenwind. An die anderen 170 Schleusen allein im Canal de Bourgogne denken wir erstmal nicht. Dafür freuen wir uns noch einmal über die schöne Stadt Dijon, die einen sehr lebens- und liebenswerten Eindruck macht. Der Kanal war bisher geradlinig und führte durch Flachland. Ab morgen soll sich beides ändern. Mit 54 weiteren Schleusen à 2,60 Meter Hub steigen wir auf 400 Meter über dem Meeresspiegel, wo uns auf dem Gipfel der Lange Dunkle Tunnel erwartet.
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Dijon kann mehr als Senf
Wir sind zurück aus Deutschland mit nachhaltigen Eindrücken vom Wahnsinn auf den deutschen Autobahnen. Französische Autobahnen sind dagegen Labsal für die Seele und jeden Cent Maut wert. Von den 1750 Freikilometern des Mietwagens haben wir 1742 ausgenutzt. Nach der Abgabe des Wagens hatten wir noch ein bisschen Zeit, uns Dijon anzuschauen und waren angenehm angetan. Eine saubere, bestens organisierte Stadt mit beispielhaftem öffentlichen Nahverkehr. Für die 30 km von Saint Jean (wo Rover immer noch liegt) bis hier werden wir mit dem Boot zwei Tage veranschlagen (20 Schleusen …).
Saint Jean de Losne
Es ist immer noch recht kühl und regnerisch auf unserer Fahrt nach Saint Jean de Losne. Saint Jean stellt einen Verkehrsknotenpunkt im französischen Kanalnetz dar und entsprechend ist die Infrastruktur für die Kanalschifffahrt. Das Einparken in dem recht engen Hafen bei Wind und mit dem Kiel halb im Schlamm ist eine Herausforderung – aber wieder einmal haben wir nichts kaputt gemacht! Hier soll Rover für ein paar Tage bleiben, während seine Crew nach Deutschland fährt zu einem Familienfest. Danach soll es weiter Richtung Paris über den Canal de Bourgogne gehen. Ein erster Blick auf die Minischleusen des Kanals, von denen es auf 242 Kilometer 189 (!) Stück gibt, lässt uns die Haare zu Berge stehen. Der Kanal stammt in seinen Anfängen aus dem Jahr 1775 und wird uns auf 400 m über dem Meeresspiegel bringen, einen Tunnel von 3,3 km Länge inbegriffen. Für die Tunnelfahrt müssen wir vorn am Boote noch Scheinwerfer anbringen und die „Schultern“ des Solar-Geräteträgers mit Fendern polstern.
Macon
In kleinen Schritten arbeiten wir uns nach Norden. Die Saone ist die Ruhe selbst. Idülle pur. Die Dörfer strahlen das typisch südfranzösische mittelalterliche Flair aus. Die Immobilienpreise für diese historischen Ruinen liegen auf dem Niveau des Genfer Sees. Aber wir haben ja alles, was wir brauchen. Gestern Montmerle, heute Macon – schon fast eine Großstadt. Am ersten Mai bleiben die Schleusen geschlossen. Aber wir haben Zeit.
Albigny sur Saone
Der Regen macht Pause und wir streifen ein bisschen durch Lyon. Dann die ersten Kilometer auf der Saone. Das Gefühl auf diesem Fluss ist total anders als auf der Rhone: alles ist ruhiger, gelassener, kleinräumiger und riecht anders. Ich glaub, es wird gut.