Rover on tour

Logbuch


Bodrum

Endlich mal wieder richtig segeln! Zur Vervollständigung der Einklarierungsformalitäten schickt uns die „Behörde“ nach Bodrum, um einen Stempel vom Health Office zu holen. Der Hafen von Bodrum schockt uns schon beim ersten Funkkontakt mit der Frage, ob wir reserviert hätten… Schließlich gesteht man uns einen Tag zu. Der Riesenhafen ist voll bis ins letzte Knopfloch. Fast alles tote Charteryachten, tote Motorboote oder Mega-Güllets (große türkische Holzyachten). Als durchreisende Fahrtensegler stellen wir eine Ausnahme dar. Beim Doktor geht alles klar und wir stürzen uns in die dicht gepackten Touristenattraktionen mit Teppichhändlern, Nippesverkäufern und Cafés. Da für den nächsten Tag unangenehme Winde angekündigt sind, erwirken wir eine Verlängerung um einen Tag und besichtigen die alte Burgruine mit dem sehenswerten Museum voller Schätze aus untergegangenen Schiffen.


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Rover verläßt Europa

Nun ja, ein kurzer Törn für eine Segelboot – aber ein großer Schritt in einen anderen Kontinent: die Türkei liegt schließlich in Asien. Eine schöne ruhige Motorfahrt südlich Kalymnos, an Kos vorbei und dann rüber in den Osten. Als wir an der Grenze stolz die türkische Gastlandflagge setzen wollen, entdecken wir gerade noch rechtzeitig, dass es sich bei unserem Exemplar um die tunesische Flagge handelt! Zum Verwechseln ähnlich – trotzdem verzichten wir auf ein „versehentliches“ Verwechseln und beschränken uns auf die gelbe Q-Flagge (Signal „an Bord alles gesund, wir wünschen freie Verkehrserlaubnis“). Kaum hat man uns an den Steg der Marina gelotst, bekommen wir vom türkischen Stegnachbarn eine korrekte Flagge geschenkt! Die Marina entspricht vom Komfort (und Preis!) einem 5-Sterne-Hotel. Trotzdem sind wir hier richtig, denn Turgutreis ist ein „Port of Entry“, wo wir für die Türkei einklarieren müssen. Wir kriegen 90 Tage (Aufenthaltserlaubnis), ein Transit-Log fürs Schiff, jeder einen Stempel in den Pass, einen weiteren vom Zoll und einen vom Hafenmeister – und das alles für 162 türkische Lira (70 EUR). Die Marina will 60 EUR pro Tag. Wir sind aber ganz froh, hier zu sein, denn der Wind bläst mit 7 bis 8 Beaufort (neuer Windmesser!) aus Südost und drückt uns mächtig auf den Steg. Morgens merken wir, dass die Fender nachts hochgerutscht sind und wir unsere schöne neue Farbe vom Rumpf auf den Steg übertragen haben. Damit unterscheiden wir uns noch mehr von den blitzenden Plastik-Megayachten, die hier die Mehrheit bilden. Ein Ausflug in die Stadt macht echt Lust auf die Türkei: viele kleine wuselige Läden und „Restaurants“, eine völlig unbekannte Sprache und alle paar Stunden eine Gesangseinlage vom Muezzin aus dem Minarett der Moschee.


Leros-Kalymnos

Wir gönnen uns zwei Tage in Xirocampos und montieren unter anderem den neuen Windmesser im Masttop. Funktioniert tadellos, stört aber das Echolot bis zur Unbrauchbarkeit. Später entdecken wir, wie wir den Fehler durch Verwendung verschiedener Spannungsquellen vermeiden können. Dann setzt der Kühlschrank aus – wir finden schließlich einen Wackelkontakt. Die Kühlwasserleckage am Motor hält sich zurzeit zurück und dass der Kompass nicht funktioniert, buchen wir in Zeiten von GPS unter „ferner liefen“ ab. So gibt es immer etwas zum Spielen, wenn es auch manchmal die Nerven sind, die aussetzen. Wir verholen in die Bucht von Emporios auf Kalymnos, wo wir in grandioser Felsenkulisse noch einmal an eine griechische Restaurantboje gehen.


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Der Hafenfalle entronnen

Je länger wir den Komfort, die Gesellschaft der anderen Segler, die Restaurants und die Tante-Emma-Supermärkte genießen, umso schwerer fällt der Abschied von der Marina in Leros. Nachdem alles eingekauft war, Wasser- und Dieseltanks und Batterien voll und alle anderen Schiffe besichtigt waren, wollten wir eigentlich los. Da schlug das Wetter um, starker Südwind kam auf – völlig untypisch für diese Jahreszeit – , nachts regnete es teilweise und wir beschlossen, noch zu bleiben. Nette zusätzliche Kontakte wurden aufgebaut, vorsichtshalber die Schokoladenvorräte ergänzt, noch mal geduscht und die schmutzigsten Fender mit Kuschelbezügen versehen. Heute gelang dann der Ausbruch. Zwar stand noch viel Welle draußen von den letzten Tagen und wir wurden etwas durchgeschaukelt, aber in unserer angepeilten Bucht von Xirocampos (immer noch Leros) war es so wie erhofft: wenig Schwell, Sonne, Ruhe. Fast alle Restaurantbojen waren frei (die Bojen werden von den Restaurants ausgelegt; wenn man abends dort essen geht, kann man hier festmachen). Schlauchboot aufgepumpt, Probefahrt mit dem Uralt-Außenborder, alles OK. Große Freude kommt auf, als der Blick in den Motorraum wieder mal Wasser in der Bilge offenbart… Geschmacklich eher würzig, entpuppt es sich als Kühlwasser mit Frostschutzmittel. Naja, offenbar hält die neue Ruderkokerdichtung jedenfalls dicht. Und das nächste Leck werden wir auch noch finden.


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Inseltour

Gestern am heiligen Sonntag haben wir uns eine Arbeitspause gegönnt und einen Scooter gemietet. Große Inselrundfahrt war angesagt. Macht man keine Pausen dabei, ist man nach einer halben Stunde wieder zurück (kleine Insel …). Mit Kaffetrinken, Burgruinenbesichtigen und sonstigen Erholungstätigkeiten konnten wir die Inseltour auf mehrere Stunden strecken. An so einen kleinen Flitzer könnte man sich gewöhnen. Heute letzte Malarbeiten am Schiff, Segel einziehen, Motorwartung, allgemeines Aufklaren. Über unser Ziel Türkei hören wir Widersprüchliches. Da hilft wohl nur eigenes Erkunden. Mal sehen, was der Wetterbericht sagt.