Rover on tour

Logbuch


auf See

unterwegs

unterwegs

Zwischenmeldung:

13.15 Uhr, Position N42°24,313, E008°19,095, momentane Geschwindigkeit über Grund 5,7 kn, Kurs 293°, noch 91,8 Meilen bis zum Wegepunkt Porquerolles, voraussichtliche Ankunftszeit dort 06:20 Uhr morgen früh. Wind NNE 2-3, zu wenig zum reinen Segeln, so brummelt der Perkins mit 1000 Umdehungen mit. Leichter Restschwell von Backbord. Bewölkungsgrad 0,5% (geschätzt). Ist das ein feines Leben!


Girulata

Das hatten wir uns anders vorgestellt: unsere nette stille Ankerbucht von Girulata verwandelte sich im Laufe der Nacht in einen brodelnden Hexenkessel, der die Boote tanzen und die Muringleinen ächzen ließ. Eine Mistralwetterlage im Golf de Lion sorgte für reichlich Wind und Schwell aus West, der uns fast aus der Koje warf. Den Großteil des Tages verbrachten wir damit, zu warten, bis die Verhältnis sich soweit beruhigt hatten, dass wir mit dem Dinghi an Land rudern konnten, um mal wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Auch der schien allerdings zu schwanken. Morgen wollen wir von hier aus direkt zurück ans französische Festland, ca. 22 Stunden Fahrt. Wir melden uns, wenn wir wieder können.


Girulata

Gemütliches Hinübergleiten von Cargèse nach Girulata (siehe Kartenmarkierungen auf dem Link “Rovermap”). Teilweise ist sogar ansatzweise Segeln möglich, dann aber wieder eher doch nicht. Das Wetter hat etwas umgeschlagen, Wolken etc. sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Abends regnet es sogar,  allerdings recht warm. Die Luft riecht erdig und nach feuchten Pinien, als wir unsere abendliche Runde ums Schiff drehen. Die Wettervorhersagen sind wankelmütig. Wir brauchen noch ein akzeptables Wetterfenster für die Überfahrt von Korsika ans französische Festland.


Ajaccio

"Independance of the Seas" in Ajaccio

„Independance of the Seas“ in Ajaccio

Endpunkt der gestrigen Segeltour, die teilweise in lästige Schleuderei ausartete, war die große Stadt Ajaccio (sprich Adschackssio o.ä.). Nachdem wir das uns im Hafenbecken entgegenstartende Wasserflugzeug verdaut hatten, erkannten wir die Hochhausfront dahinter als Kreuzfahrtschiff “Independence of the Seas”. 15 Decks, 3600 Passagiere, 1365 Mann Besatzung, 338 m lang, mit Kletterwand, Eislaufbahn und Minigolfanlage. Was will man eigentlich mehr? Oder etwa weniger? Die Stadt entpuppte sich als kuscheliger als erwartet, wir fühlten uns ganz wohl. Auf dem Nachbarboot lernten wir Sabina und Stefan aus Basel kennen, die gerade von einer 10-jährigen Weltumsegelung zurück sind. Sie waren monatelang auf einsamen Atolls im Pazifik, wo (noch) keine Independence of the Seas hinkommt. Heute ging’s dann etwas ruhiger weiter an der spektakulären Felsküste entlang nach Norden bis in den kleinen Hafen von Cargèse. Nur eine Handvoll Boote und gute Livemusik, die in der ganzen Bucht zu hören war und schließlich auch uns in die Kneipe lockte.


Olbia

Wir sind zurück in Frankreich, sprich Korsika. Eine geschützte Ankerbucht nördlich von Bonifacio kam uns am Ende des Segeltages sehr gelegen. Die berüchtigte Straße von Bonifacio war gnädig mit uns. Anders als gestern, als wir von Olbia/Sardinien wieder auf Nordkurs gingen. Bis zu 2,5 m hohe Dünung, Windstärke 6, und wir mussten (natürlich) gegenan. Nach solchen Eskapaden ist das Schiff total salzverkrustet. An Bord alles wohlauf und munter. Wir rechnen damit, in den nächsten Tagen Marysol wieder zu treffen, die gerade Korsika von Norden her aufrollen.