Du lieber Himmel! So viel Aufregung! Thema des Tages war nicht das Gewitter mit Tropenregen und Orkanböen, nicht die mit Fernsteuerung zu bedienenden automatisierten Schleusen, sondern der TUNNEL !! Ein bisschen unvorbereitet steuern wir nach der ersten Schleuse plötzlich auf ein Loch in der Felswand zu und schon wird es dunkel. Der Vordermann verdeckt das Tageslicht am Ende des Tunnels und wir sind fast blind. Links, rechts und oben ca. 2m Platz. Nach 565 m Luftanhalten sind wir durch und flutschen sofort in die nächste Schleuse. Heute kurze Etappe, um Marysol aufholen zulassen, aber nach 24 km ist unser Adenalinvorrat für heute sowieso verbraucht und wir bleiben in Fumay. Kleines französisches Dorf zwischen Idylle und Verfall, sehr liebenswert. Da nehmen wir in Kauf, dass Rover beim Anlegen mit dem halb aufgeholten Kiel über die Steine rumpelt. 116 m über NN.
Archiv nach Autor: georg
11.07.2010
Belgien wird immer schöner, bis es schließlich in Frankreich übergeht. Heute neun Schleusen, aber eher klein und kein Berufsverkehr. Für die Leinenbedienung bei nur zwei Mann Besatzung müssen wir ein bisschen zaubern, aber mit etwas Übung klappt es ganz gut. Unsere ornitologischen Studien gehen weiter: wir entdecken die Scheue Schleusenschwalbe, die mit dem Schwarzen Schleusenschleim in Symbiose lebt. Ansonsten ist es in erster Linie HEISS. Schleusenzähler 45, Höhe über dem Meeresspiegel 103 m. Marysol ist uns hart auf den Fersen, wird aber durch Schleusenprobleme aufgehalten. Ich kämpfe mit Computerproblemen, stundeslanges Rumfummeln macht schlechte Laune, aber am nächsten Morgen nach ausreichend Kaffee ist die Verbindung wieder möglich. Also: wenn wir mal einige Zeit nichts von uns hören lassen, heißt das nicht notwendigerweise, dass wir untergegangen sind.
09.07.2010
Wir tun uns anfangs schwer mit Belgien: eine einzige Industrielandschaft mit Eisenhütten, qualmenden Schloten, Gips-und Kieswerken, Atomkraftwerken und links und rechts der Maas fünf Meter hohe Mauern für den Hochwasserfall. Auch die Schleusen bleiben wegen der Berufsschifffahrt Adrenalinschwerpunkte. Und die Denkstruktur der vorherrschenden Altersklasse der Motorbootfahrer erschließt sich mir immer noch nicht… Am Nachmittag wird alles besser, obwohl das Wetter hochofenmäßig bleibt. Abends landen wir in Namur und sind mit Belgien versöhnt! Exquisites Plätzchen mit DUSCHEN! Hier wollen wir morgen einen Ruhetag einlegen, auf Marysol warten, die schon in Maastricht sind und hier soll auch der Crewwechsel zwischen Bernd+Hilde und Silke erfolgen.
08.07.2010
Heute von Maastricht nach Liège (Lüttich), Belgien. Eine einzelne Monsterschleuse, aber locker überlebt. Unser Schleusenzähler steht auf 31. Was wir bisher von Belgien gesehen haben, ist viel Industrie und Beton. Liège ist in erster Linie HEISS! Ist es bei euch auch so heiß? Unser Thermometer zeigt 49,5 Grad, aber wir arbeiten noch an dem optimalen Standort.
07.07.2010
Ui Ui Ui, Thema des Tages waren SCHLEUSEN! Nur vier, aber davon einige erschreckend. Glibbrige, schleimige 12m hohe dunkle Wände ragen in den Himmel, die Festmachmöglichkeiten liegen in den richtigen Abständen für 110m-Binnenschiffe, die großen Kollegen lassen ihr Bugstrahlruder teilweise weiterlaufen, was für heftige Turbulenzen sorgt, von dem 20cm-Auspuffrohr des Vordermannes werden wir vergast, alle Fender sind im Einsatz – aber es geht aufwärts. Oben scheint die Sonne wieder, wir kriegen wieder Luft und nachdem unsere Festmacher in den Strudeln beim Ablegen des Monsters vor uns wider Erwarten nicht gerissen sind, können wir die Schleuse verlassen. 9km Erholung auf dem Julianakanaal bis zur nächsten Schleuse. Abends noch eine Kleinschleuse in den alten Stadthafen von Maastricht.