Rover on tour

Logbuch


Isla Lavezzi und Bonifacio

Die lang ersehnte und angekündigte Sonne bleibt zunächst noch aus und so schaukeln wir stark gebremst durch die Straße von Bonifacio. Zum Segeln passt die Windrichtung nicht so richtig. Der Motor gibt sich redlich Mühe, scheitert aber an dem erheblichen Seepockenbewuchs an der Schraube, der fotografisch ermittelt wurde. So an die zwei Knoten kostet er uns wohl. Das geht natürlich überhaupt nicht und Abhilfe muss her. Wir machen eine Mittagspause in der Isla Lavezzi – mitten in der Straße von Bonifacio und schon zu Frankreich gehörend – und sind erstmal sprachlos vor soviel Schönheit. So wie Seychellen, denk ich. Wasser hell und klar, die Sonne scheint mittlerweile, Sandboden 3 Meter unterm Kiel: Also warme Klamotten an, Spachtel aus der Werkzeugkiste gekramt und rein ins 14 Grad warme Wasser. So ein Genuss! Die Pocken lassen sich schnell überreden, umzuziehen und dutzende von Fischen beobachten alles ganz genau. Als wir nach zwei Stunden weiterfahren, machen wir bei gleicher Drehzahl 2 Knoten mehr! So soll es sein. Die superspektakuläre Einfahrt nach Bonifacio rundet den Tag so richtig schön ab.

Nach dem Sauberkratzen der Schraube:


In den Startlöchern

Heute abend scheint ein Großteil der zu erledigenden Dinge abgearbeitet zu sein. Segel sind eingefädelt, Wassertanks gefüllt, Deck geschrubbt, Schokoladevorräte ergänzt und die bösesten Rosttränen mit Oxalsäure verschwinden gelassen. Immer wieder werden wir von Regenschauern unterbrochen, das Wetter ist unfreundlich. Soll aber wohl besser werden. Morgen solls also losgehen. Tanken werden wir nicht: 1,78 EUR pro Liter sprengt unser knappes Reisebudget.


Zurück an Bord!

Letztlich eigentlich doch relativ planmäßig sind wir gestern abend in Olbia eingetroffen und haben das Schiff wieder in Betrieb genommen. „Wir“ sind zurzeit nicht Margrit und ich , sondern Till und ich, wobei Till wiederum für Lorenz eingesprungen ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls haben wir das Mietauto (von Alghero nach Olbia) vor der Abgabe gleich genutzt, um Großeinkäufe in Form von schweren Weinflaschen u.ä. zu tätigen. Rover war soweit gut in Ordnung, Batterien durch Solarenergie prallvoll, Rostflecken in erwartetem Umfang, aber alles in allem OK. Das eigentliche Problem wurde erst heute klar, als wir die marine Population an Rumpf, Ruderblatt und Propeller untersuchten. Im Gegensatz zu praktisch allen Nachbarbooten war unser Rumpf von einem 25 bis 30 mm dicken PELZ, bestehend aus Miesmuschelchen, Kalkröhrenwürmern und Seepocken, bewohnt. Der Propeller war nur noch als kugelartiges Gebilde wahrzunehmen. Kein Problem, das Marinaoffice hat Abhilfe parat: ein Taucher mit Spachtel! (Selbst tauchen natürlich verboten…). Für ein kleines Entgeld von 150 EUR pro 15 Minuten macht man alles sauber. Das stachelte denn doch unseren Ehrgeiz an und wir griffen zur Selbsthilfe. Mittels eines vom Schlauchboot aus geführten Pfannenwenders, trickreich mit Klebeband und Kabelbinder am Bootshaken befestigt, kratzten und schabten wir, was das Zeug hielt. Das Ergebnis wurde dann mittels einer Unterwasser-Kamera gecheckt, die gleichfalls an eben jenem Bootshaken befestigt wurde und automatisch alle 10 Sekunden ein Unterwasserbild lieferte. Man gönnt sich ja sonst nichts. Ergebnis: Sicher nicht regattatauglich, aber gut genug für uns! Morgen spielen wir weiter mit Segel einziehen und Boot startklar machen.