Rover on tour

Logbuch


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Marmaris (2)

Wir sind wieder in der Yacht Marina in Marmaris gelandet und haben ein schönes Plätzchen zugewiesen bekommen – mit viel Glück, denn die Marina platzt aus allen Knopflöchern. Hier bereiten wir uns und das Boot auf die Sommerpause vor, denn kommenden Samstag fliegen wir zurück nach Deutschland. Genau genommen kommt die Sommerpause zu spät, denn die brutale Dauerhitze, die wir gerade erleben, wollten wir eigentlich vermeiden. Aber mit klimatisierten Duschen und einem Swimmingpool in der Nähe sowie einem eiskalten Bier am Abend lässt sich das noch aushalten. Weiterhin unterstützen wir die lokale einheimische Wirtschaft mit Kleinaufträgen, die zur Optimierung des Bootes beitragen sollen. Eine angenehme Marina in einer schönen Umgebung sowie eine interessante lebendige Stadt – da freuen wir uns schon auf Anfang September, wenn die Reise fortgesetzt wird. Bis dahin Tschüß – und wir werden mal sehen, ob wir das Wetter in Deutschland nicht rumreißen können…

unser Apartement in Marmaris

unser Appartement in Marmaris
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Seagull Bay (3)

Wer die Seagull Bay auf der Positionsseite sucht: während wir nach Marmaris zurückschlendern, besuchen wir einige Plätze, wo wir auf dem Hinweg schon waren, da überdecken sich die Positionsmarkierungen. Guckt mal südwestlich von Göcek. Ja, am Ruderblatt löst sich großflächig die gesamte Beschichtung ab. Und das trotz Beachtung aller diesbezüglichen Hinweise. Die Arbeit am Schiff reißt nicht ab. Kleine Reparaturen kann man sofort erledigen (Rost, gebrochene Klinkenfedern in der Winsch), anderes kommt auf eine erschreckend schnell wachsende Liste für das Winterlager.


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Seagull Bay (2)

So’n Tach is ja wech wie nix. Jetzt gammeln wir schon vier Tage hier rum und finden es immer noch schön. Gewaltige Felskulissen, smaragdblaues Wasser und meist eine kühlende Brise. Von der Sonne will ich an dieser Stelle mal schweigen. Das Wetter ist „verläßlich“. Doch langsam neigen sich unsere Trinkwasservorräte sowie die Amperestunden in den Akkus einem bedenklichen Niveau zu und wir wollen morgen ernsthaft weiter. Den stotternden Kühlschrank konnten wir noch einmal zur Mitarbeit überreden. Versorgt wurden wir hier wieder von fliegenden Händlern. Zweimal am Tag kommt der Bäcker mit frischem Brot und Kuchen, einmal nachmittags der schwimmende Supermarkt und dazwischen taucht immer wieder das Icecream-Boot auf. Außer uns liegt hier ein Schotte mit einer alten Taiwan-Ketsch auch schon länger, die übrige Gesellschaft wechselt lebhaft. Natürlich liegen heute hier 15 Boote in einer Bucht, wo vor drei Wochen nur zwei lagen. Aber das Gelände ist groß und die Möglichkeiten zum Festmachen zahlreich.  Es ist wie an einem beliebten Baggersee: irgendwo findet sich immer noch ein Plätzchen fürs eigene Handtuch.


Mandraki

Finike war unser östlichster Punkt. Ab jetzt sind wir sozusagen auf dem Rückweg. Und das heißt leider auch Kurse gegen die vorherrschenden Winde. Diese sind allerdings meist recht schwach zurzeit. Eines nachts sehen wir ein seltenes Schauspiel: Eine Sternschnuppe, mehrere Sekunden lang rast sie auf die Erde zu, um dann förmlich zu explodieren wie ein Feuerwerk! Unglaublich eindrucksvoll. Aus Ücagiz flüchten wir schließlich, als morgens ein Müllteppich das Schwimmen unmöglich macht. Überhaupt sichten wir zunehmend Müll auf dem Mittelmeer. Meist Plastik in allen Variationen. In der Mandraki-Bucht auf Kastellorizon ist das Wasser aber wieder kristallklar und man sieht jedes Detail des Ankers auf 9 m Tiefe. Man merkt auf Schritt und Tritt, dass man hier in Griechenland ist und nicht mehr in der nahen Türkei. Unter der Temperatur leiden nicht nur wir, sondern offenbar auch die elektronische Steuerung unseres Kühlschrankes, die immer öfter den Kompressor abschaltet. Worst case! Mit Besprechen und gut zureden kriegen wir ihn bisher immer wieder zum Laufen, aber da muss wohl Ersatz her. Hat jemand noch so ein Teil rumliegen (Waeco Coolmatic TEC-Steuerung)?


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Finike

Wir finden, der Muezzin von Ücagiz singt am schönsten von allen. Dennoch verlassen wir unser lauschiges Ankerplätzchen, um die vielgepriesenen Schönheiten der benachbarten Gökkaya-Bucht in Augenschein zu nehmen. Doch lange bevor wir dort sind, zeigt uns das AIS, dass Dutzende von Ausflugsbooten die gleiche Idee hatten. Na schön, denken wir, das legt sich zum Abend, gehen wir halt ein paar Stunden SEGELN! Und ab geht die Post; bis zu 6,6 Knoten zeigt die Logge. Richtung egal. Doch ein Check ergibt, dass unser Spaßkurs genau auf Zypern zeigt. Noch 35 Stunden bei dieser Geschwindigkeit. Sollen wir etwa …? Nach einigem Hin und Her gibt den Ausschlag, dass in Zypern im Juli 44 Grad herrschen sollen. Nein danke. Uns reichen die 33 bis 34, die wir seit Wochen haben. Abends wiegt uns die Gökkaya-Bucht zunächst in trügerische Friedlichkeit. Schöne Ecke, wirklich. Wir schwimmen mit den Riesen-Schildkröten und versuchen zu übersehen, dass das abgerissene Kabel vom Hochspannungsmast neben uns im Wasser hängt. Zu später Stunde aber kommen sie: mehr und mehr Ausflugsboote und Güllets laufen ein und haben wohl hier ihr Schlafplätzchen. Als mehrere Großtransporter neben uns die Anker fallen lassen und wir Zeugen vom Musikgeschmack unheimlich gut aufgelegter Australier werden, verziehen wir uns dahin zurück, wo wir herkommen und wo der Muezzin so schön singt.

Am nächsten Tag motorsegeln wir bei schwächlichen Winden nach Finike. Erst kurz vor der Stadt frischt es auf und schließlich dürfen wir unser Anlegemanöver bei 26 kn Wind fahren. Zwei Stunden später wieder Ententeich. Finike ist sympatisch und entspannend, weil untouristisch. Niemand zerrt uns in seinen Teppichladen oder probiert seine Deutschbrocken aus dem Gastronomiebereich an uns aus. Die Marina in Finike ist beliebtes Winterlager für Fahrtensegler, einige abenteuerliche Boote liegen hier. Wir mieten uns ein Auto, um ein paar alte Steine anzusehen und was vom Hinterland zu sehen. Pikanterweise werden die Mietwagen hier mit LEEREM Tank vermietet (mit der Begründung, die einheimischen Kunden würden nie auftanken …). Wir sehen uns zunächst die alte Stadt Myra an, wo der heilige Nikolaus mal Bischof war. Neben den Steinen, die gerade neu geordnet werden (?) und den lykischen Felsgräbern beeindrucken ein Dutzend Reisebusse voller Russen, auf die sich die lokale Geschenkartikelindustrie bereits spezialisiert hat. Als wir die Temperaturen nicht mehr aushalten, flüchten wir in die Klimaanlage des Mietwagens und fahren in die Berge nach Arykanda. Viel mehr zu sehen und viel schöner als Myra und wir sind praktisch allein dort. Auf dem Rückweg ziehen wir uns an einem Truckstop mit „Restauration“, der sich um einen kleinen Wasserfall am Straßenrand gebildet hat, noch eine große Portion Anatolien rein.