Rover on tour

Logbuch


Valletta und Gozo

La Valletta entpuppte sich bei näherem Hinsehen doch noch als sehr sehenswerte Stadt. Viel alte Bausubstanz, obwohl Malta im Krieg als strategisch wichtiger Posten zwischen Europa und Afrika fast pausenlos bombardiert wurde. Die Stadt Valletta hat aufgrund ihrer kriegerischen Vergangenheit auch deutlich Festungscharakter. Auf einer Hafenrundfahrt bis in die letzten Winkel des größten Naturhafens im Mittelmeer sehen wir viele teure Yachten und wenig von den typisch alten blau-bunten Fischerbooten mit den Augen vorne dran. Auch die bekannten bunten alten Stadtbusse sind komplett verschwunden. Vermutlich ein Kollateralschaden des EU-Beitritts von 2008. Vor dem nächsten angekündigten bösen Wind wechseln wir in die Mgarr-Marina der Nachbarinsel Gozo. Hier liegen wir geschützt, (relativ) billig und haben über die Fähre Anschluss an den internationalen Flughafen. Wir bereiten das Schiff darauf vor, zwei Monate ohne uns klarzukommen. Morgen geht’s dann per SwissAir über Zürich nach Hamburg und ab in den Heimaturlaub. Offenbar steht uns ein Temperaturschock bevor …


Malta, Valletta

Die Überfahrt von Sizilien nach Malta war ausgesprochen harmlos. Sehr leichte Winde aus wechselnden Richtungen verhinderten wieder einmal ein ausgesprochenes Segelerlebnis. Der erste Eindruck nach Ankunft in dem 750-Boote-Hafen Msida Creek war eher ernüchternd. Aber heute Vormittag kam Licht ins Ungewisse: Da wir das Boot hier für einen Heimaturlaub nicht lassen können, orientierten wir uns um und fanden eine Marina auf der Nachbarinsel Gozo, zu einem annehmbaren Preis. So werden wir am Montag nach Gozo wechseln. Als das klar war, kümmerten wir uns um die Flüge und fanden schnell was Passendes mit AirMalta nach Hamburg, und zwar schon am Dienstag!! Internet macht’s möglich. Nach soviel Business kommt jetzt der Relax-Teil, vielleicht mal Baden von den Felsen aus hinter dem Boot und abends in die Altstadt. Stay tuned.

AIS-Signale bei der Überfahrt von Silzilien nach Malta


Porto Palo

Wir wollen das derzeit ruhige Wetter in der Straße zwischen Sizilien und Malta nutzen und verlassen Syrakus. Zurück bleiben auch Conny und Martin von der SY ALIEN, die über Mallorca und Gibraltar auf die Kanaren wollen, um im Winter über den Atlantik zu gehen. Wir wünschen euch eine glückliche Reise! Am äußersten Südosteck von Sizilien ankern wir noch mal, um morgen „rüber“ nach Malta zu gehen. Hier in Porto Palo, einem Fischtrawlerzentrum, gibt’s eine große ruhige Bucht und bei absoluter Windstille lässt es sich gut abkühlen.


Siracusa 2

Syrakus entpuppt sich als überraschend anregende Stadt mit sehr italienischen Facetten. Zusammen mit Conny und Martin von der SY ALIEN erarbeiten wir uns trotz sizilianischer Sommertemperaturen die Altstadt und freuen uns danach auf den relativ kühlen Ankerplatz. Wenn gerade keine Dreckschlieren vorbeiziehen, schwimmen wir auch mal schnell ums Boot.


Syrakus

So sind wir nun also in Siracusa, Sizilien, Italia. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Riesensprung für uns. 54 Stunden waren wir für die 255 Meilen unterwegs, also 2 ½ Tage und 2 Nächte. Die ersten 24 Stunden waren unerwartet heftig, Windstärke 6, eine Riesenwelle und dann hoch am Wind. Aber Rover ist tapfer gelaufen. Am Nachmittag des zweiten Tages wurde es besser. Die Windrichtung war günstig und wir konnten richtig gut segeln. 35 Meilen vor Syrakus stellte ich mehr zufällig (rechter Mausklick – Eigenschaften) auf dem Kartenplotter fest, dass wir auf ein Marine- Schießübungsgebiet zuliefen. Damit hatten vor zwei Jahren in Sardinien schon schlechte Erfahrungen gemacht, also nahmen wir über UKW Kanal 16 Kontakt mit Augusta Radio auf, die sowieso ständig am Funk zu hören waren. Nach aufwändigen Ermittlungen bei der Guardia Costiera bekamen wir schließlich eine autorisazzione speziale: heute kein Schießbetrieb! Ich hatte allerdings den Eindruck, dass wir die ersten waren, die jemals danach gefragt hatten. Bei zunehmend ruhigeren Verhältnisse hatten wir Spaß mit fünf Delphinen, die eine Weile vor dem Bug spielten und mit zwei großen Wasserschildkröten, die uns erschrocken ansahen und schnell wegpaddelten. Als wir am Abend des dritten Tages bei schwachem Wind in die Bucht von Syrakus einliefen und den Anker fallen ließen, waren wir überwältigt von dem Panorama der alten Stadt. Das Schiff war total salzverkrustet, wir waren hundemüde – aber wir hatten es geschafft!