Die Verwandlung des stolzen Seeschiffs ROVER in einen gemütlichen Flussdampfer ist vollzogen! Till enterte zweimal den Mast, um die Radarantenne und den Windanzeiger vor dem Zugriff des Krans zu schützen. Der Mast wehrte sich ein bisschen, seinen angestammten Platz aufzugeben, verlor aber schließlich doch. Als schön verschnürtes Paket liegt er nun auf seinen Podesten, die wir mit Bordmitteln gezaubert haben. Im ganzen großen Port Napoleon war kein Holz aufzutreiben… Das war uns zwei „Megaburger“ im Fast Food Resto in Port Saint Louis wert. Auf der Rhone stand Wind gegen Strom – sah gruselig aus. Die Öffnungszeiten der Schleuse waren noch nicht ermittelbar. Margrit und Robert stehen in den Startlöchern und werden Freitag erwartet.
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Porquerolles
Wir sind über den großen Teich! Das heißt, von Girolata (Korsika) nach Porquerolles (französische Südküste), ca. 120 Meilen. Die Nachtfahrt war nach einem unruhigen Anfang erfreulich sanft. Nur die französischen Behörden scheinen uns auf dem Kieker zu haben: zuerst kommt uns 20 Meilen hinter Korsika ein Hubschrauber der CoastGuard nachgeflogen, glotzt uns an mit Riesenkamera und dreht wieder ab; dann kommt nachts die Marine fast längsseits, hält sich aber doch fern; am Ankerplatz schließlich entert uns der Zoll mit drei Bewaffneten und guckt in jedes Schapp… Nicht unfreundlich, aber überflüssig. Vor der Pizza an Land steige ich ins Tauchkostüm (bei 14,5 Grad Wassertemperatur) und bearbeitete mit breitem Eiskratzer das Unterwasserschiff. Der Bewuchs ist schier unfassbar (siehe grünes Urwaldfoto). Die langen „Stiele“ sind 8 bis 10 cm lang! Frage an Biologen: um welche Gattung handelt es sich hier?? Ansonsten total idyllischer Ankerplatz mit zahlreichen Wochenendgästen.
Girolata
Ruhige Motorfahrt mit Segelunterstützung entlang phantastischer Hochgebirgspanoramen! Wir haben das Mittelmeer fast für uns allein, noch ist Winter bzw. Vorsaison. Für erste Ansätze von Sonnenbrand reicht es trotzdem. Wir kommen ein gutes Stück nach Norden, bis in die kleine versteckte Bucht von Girolata. Auch hier liegen wir fast allein vor zwei Bojen. Der Ausflug ins Hinterland eröffnet traumhaft schöne Aussichten! Nach den abendlichen Nudeln treffen wir Vorbereitungen für die große Überfahrt ans französische Festland…
Ajaccio
Die Weiterfahrt nach Ajaccio geriet trotz Flaute wegen erheblicher alter, konfuser Dünung bis zu 2 Meter zu einer Achterbahnfahrt. Alle losen Teile im Schiff suchten sich einen neuen Platz. Vor allem das Geschirr sortierte sich lautstark neu. Die von Till am Vortag avisierten Bratwürstchen „um Punkt 12 Uhr Mittag“ fielen wegen akutem Desinteresse aus. Und so rollten, schlingerten, stampften und gierten wir also gen Ajaccio, wo wir trotz allem wohlbehalten ankamen.
