Rover on tour

Logbuch


Maddalena bis Cala Volpe

La Maddalena: unsere erste Stadt in Italien. Wie aus dem Bilderbuch: Vespas knattern, Fiats hupen, Glocken läuten, Carabinieri stolzieren vorbei, Siesta von 12 bis 17 Uhr. Und wir mittendrin. Der Höhepunkt des öffentlichen Lebens scheint ab 23 Uhr zu beginnen. Vorher ist es einfach zu heiß. Ich muss unbedingt Italienisch lernen. Anders und Britt-Marie sind heute morgen dann zum großen Schlag rüber ans ialienische Festland gestartet. So tingelten wir heute allein durch das Maddalena-Archipel bis nach Porto Cervo. Geblieben sind wir dort nicht, denn Boote unter 20 Meter haben hier nicht wirklich eine Existenzberechtigung. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, eine geschützte Ankerbucht ohne Schwell und fiese Unterwasserfelsen zu finden, landen wir schließlich in der Cala Volpe und alles ist gut.


Straße von Bonifacio

Heute gings zunächst zu der (französichen) Insel Isla Lavezzi, wo wir uns in eine postkartenschöne Ankerbucht quetschten, zum Baden und so. Als es uns dann doch langsam zu voll wurde, flohen wir nachmittags über die Straße von Bonifacio in das (italienische) Maddalena-Archipel, wo wir in einer Bucht von Isla Santa Maria schon von der Reginan erwartet  wurden. In der Straße selbst stand noch eine beeindruckende, langsame Dünung, so hoch, dass man im Wellental die nahe Küste nicht mehr sehen konnte.


Bonifacio

Wir sind (immer noch) in Bonifacio an der Südspitze Korsikas. Der Weg hier runter war ein bisschen zum Abgewöhnen. Da die Windvorhersagen eine große Ungenauigkeit aufweisen, sahen wir uns unerwartet mit einem Gegenwind Stärke 5 bis 6 konfrontiert, was zu ruppigen Schiffsbewegungen und erbärmlich langsamem Vorwärtskommen führte. Irgendwann hatten wir aber eine akzeptable Kombination von Geschwindigkeit, Segelfläche, Motorleistung und Kurs gefunden. Die Lage von Bonifacio ist schlichtweg abenteuerlich. Am Ende eines engen Fjords gelegen und umgeben von steilen Felsen hatten wir einen geschützten Ort gefunden, um die angekündigte Starkwindphase auszusitzen. Diese hält gerade (Donnerstag abend) noch an, soll aber heute nacht aufhören. Wir haben schon ausgecheckt und wollen morgen über die kleinen Inseln in der Straße von Bonifacio rüber nach Sardinien, wo Britt-Marie und Anders von der Reginan schon auf uns warten. Heute morgen war ich noch oben im Mast, um die Befestigung der UKW-Antenne nachzuziehen. Schöner Blick über einen fantastischen Ort! Im Übrigen haben wir uns entschieden, das Boot am 27.September in Port Napoleon an der Rhonemündung zur Überwinterung an Land zu setzen, sodass wir jetzt noch gut 2 Wochen haben, um dorthin zu kommen.


Calvi

Wir sind in Korsika! Gestern vormittag noch schnell das Dinghy an Deck verstaut, optimistischerweise die Windselbststeueranlage klargemacht und dann Anker auf! Wieder mal wenig bis kein Wind, der Motor lief die ganzen 115 Meilen. Ein bisschen Alibi-Segelhochziehen dazwischen. Zunächst noch deutliche alte Dünung aus Nordost, ohne Segel eine schaukelige Angelegenheit. Später dann ruhiger. Unglaubliche Milchstraße. Der Viertelmond kam erst um 2 Uhr morgens. Zwei, drei Boote liefen in einigem Abstand parallel, gute Gelegenheit, mit dem Radar zu spielen. Navigation in Zeiten  von GPS kein Problem, der Wegepunkt vor Calvi erlaubt eine Punktlandung. Alle zwei Stunden machen wir Wachwechsel, sodass beide ein bisschen Schlaf kriegen. Dann gegen 0700 Uhr Sonnenaufgang über der felsigen Skyline von Korsika und um 0820 sind wir fest im Hafen. Richtig rückwärts an die Pier mit Mooringleinen, wie im Mittelmeer üblich. Calvi ist zwar sehr touristisch, aber eben auch sehr schön mediterran, wie im Bilderbuch! Die alte verwinkelte Zitadelle gestattet einen weiten Blick in diese Szenerie. Wir liegen wieder zusammen mit der schwedischen Reginan und gehen mit Britt-Marie und Anders abends vorzüglich speisen. Sie sind auf dem Weg nach Malta, wo sie ihr Renterleben beginnen wollen. Calvis Nachtleben scheint rege zu sein, aber die Discomusik hindert uns nicht, Schlaf nachzuholen.