Wir versuchen, den Argentiniern Javier und Graziella bei der Reparatur ihres Vorstags zu helfen, aber nach der Demontage ist Schluss: Teile müssten aus Palermo bestellt werden, dauert vier Tage. Die beiden beschließen, mit ihrem zweiten Vorsegel nach Palma di Mallorca durchzusegeln und dort zu reparieren. Buen viaje! Da die beiden fast kein Englisch sprechen, kommunieren wir auf Spanisch auf unterstem Niveau. Esta bien! Wir motoren bei öliger Flaute zur Isla Favignana, um einen Badestop einzulegen. Leider entdecken wir vor dem Baden kleine rote Quallen, sodass einer von Bord aus immer Wache schieben muss, während der andere im Wasser ist. Das Unterwasserschiff und die Schraube sind leider stärker bewachsen als vermutet. Das bremst, ist aber momentan nicht zu ändern. Der Schwell in der Bucht scheucht uns bald weiter auf die Strecke nach Marettimo. Jetzt kriegen wir Wind, leider fast zuviel und natürlich fast von vorn. Im Hafen von Marettimo steht eine fürchterliche Dünung: die Boote und der wackelige Steg gehen hoch und hin und her. Alles klappert und ächzt. Aber die eine Nacht werden wir schon überstehen. Morgen solls ganz früh auf den Weg nach Sardinien gehen, vermutlich mindestens 28 Stunden. Das vorausgesagte Wetter würde einigermaßen passen – wenn es denn eintrifft. War gerade bezahlen: für den Wackelsteg ohne Duschen und Toiletten will man 65 EUR haben, Nebensaisonpreis, im August hätten wir noch 80 EUR bezahlt… Da kommt Freude auf.
Monatsarchiv: September 2013
Marsala
Da das Wetter sich morgens nicht entscheiden kann, ob es für oder gegen uns ist, gehen wir in die Offensive und laufen aus. Noch im Hafen rächt sich das Wetter und spielt sich auf: die dunklen Wolken werden noch dunkler, die Regentropfen fallen dichter und rund um uns zucken die Blitze. Ein paar Stunden später herrscht Weltuntergangsstimmung. Tropischer Regen bügelt die Wellen platt, die Sicht gegen gegen Null und wir fragen uns, ob man Metall anfassen darf, falls der Blitz in den Mast einschlägt. Bei den Argentiniern, die mit uns ausgelaufen sind, bricht ein Vorstag. Aber alles geht vorüber und am Horizont wird es auch schon wieder heller. Von Ankern und morgens ums Schiff schwimmen sind wir weit weg. Segeln zum Abgewöhnen?