Rover on tour

Logbuch

Licata

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Wir wandern weiter die Südküste Siziliens entlang nach Westen. Es soll ja Segelboote geben, die bei 7 Knoten Wind nennenswert Fahrt durchs Wasser machen. Rover gehört nicht dazu. So gewährleistet also der mitlaufende Diesel, dass wir nicht zu spät abends nach Licata kommen. Aus der geplanten Riesenmarina mit 1.500 Liegeplätzen (!) sind wegen Wirtschaftskrise und so nur 250 geworden und auch die sind nicht mal zur Hälfte belegt. Nur bei den Preisen ist man schon auf dem geplanten Luxusniveau. Immerhin gibt es eine große tiefgekühlte Shoppingmall mit Supermarkt ganz in der Nähe und wir stocken unseren Proviant auf. Auch kaufen wir eine Internet-SimCard für allezeit weltweite Internetzverbindung. Aber vielleicht zwackt die Mafia auch hier einen Teil der Bandbreite ab: Das erhoffte Surfen gerät zum Waten in zähem Schlamm. Mühsam, mühsam. Wir bleiben erstmal zwei Tage, da ein Tief durchziehen will, dass uns böse Gegenwinde bringt.

Technischer Exkurs Teil 1:

Unsere Solarpanel sollten eigentlich bei idealen Verhältnissen 5,5 A Ladestrom in die Batterien pumpen. Mehr als 2,4 A habe ich jedoch nie gemessen. Jetzt habe ich nach 4 Jahren endlich die Krankheit gefunden, unter der sie leiden: Sie heißt PID (Pi-Ei-Di = Potential Induced Degradation) und bewirkt kleine Leckströme über das Glas auf den Alurahmen, der auf dem Stahlschiff auf Minus der Batterie liegt. Als Abhilfe wurden nun die Alurahmen mit kleinen Gummipuffern gegen den Stahl isoliert und statt dessen mit Plus verbunden. Ergebnis: Nach zwei Tagen sah ich mehr zufällig auf das Messgerät und rieb mir die Augen: 5,5 Ampere!

Technischer Exkurs Teil 2:

Wir segeln also (mit Motorunterstützung und elektrischem Autopilot) so vor uns hin und finden, dass der Wind alleine ausreichen sollte. Also stellen wir die Maschine ab und genießen die Ruhe … bis wir merken, dass der Autopilot plötzlich um 20 Grad vom Kurs abweicht! Nach längeren Versuchsreihen finden wir die Ursache: Der Kompassgeber für den Autopiloten ist unter den Solarpaneln angebracht. Solange die Maschine läuft, lädt die Lichtmaschine und es fließt kein Solarstrom. Steht die Lichtmaschine, springt die Solaranlage ein und liefert neuerdings bis zu 5,5 A Strom. Das Kabel dazu führt am Kompassgeber vorbei und beeinflusst mit seinem elektromagnetischen Feld die Messung stark. Das führt im Endeffekt dazu, dass wir bei viel Sonne mehr nach Backbord tendieren und bei durchziehenden Wolken sich der Kurs nach Steuerbord ändert. Technik, die begeistert! Das Problem sollten wir durch Verlegen der Kabel allerdings in den Griff kriegen.

 

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