Rover on tour

Logbuch


Uffelte

DSCI0973

Die große Freiheit auf den Meeren? Davon müssen wir uns langsam verabschieden. Auf der Fahrt durch die „Randmeere“ müssen wir uns einreihen in eine scheinbar endlose Schlange von Motorbooten, der eine ebensolche entgegenkommt. Alle wollen immer ein kleines bischen schneller sein als wir und überholt wird auf knappstem Raum, gern direkt vor Schleusen oder Brückendurchfahrten. An den typischen Halteplätzen werden nach 14 Uhr die Liegeplätze knapp. Es ist halt Sommer in Holland! Als wir derart abgedrängt einmal nicht mehr in die Schleuse passen und an den Rand zum Warten fahren (natürlich fängt gerade die Mittagspause der Schleusenwärter an), stirbt der Motor ab und das Ruder blockiert. Wir können gerade noch festmachen. In heldenhaftem Tauchereinsatz in schwarzer Kanalbrühe stelle ich fest, dass unser Propeller eine alte Stoffpersenning, die auf dem Grund lag, zu einem fetten Knäuel aufgewickelt hat. Naja, wozu hat man M;ittagspausen? Außerdem ist es so tierisch heiß, dass eine kleine Abkühlung ganz willkommen ist. Wir kommen bis in die Provinz Drenthe hinein und stehen sozusagen kurz vor Assen und Groningen. Noch eine Woche bis nach Hause? … seufz!?! …


Amsterdam

Amsterdam ist jede Reise wert. Wegen unserer reduzierten Höhe bleibt uns der berühmte nächtliche Konvoi der Segelboote durch die Brücken der Innenstadt erspart und wir fahren durch bis zum Sixhaven im Fluss „IJ“. Begleitet werden wir von Margreet, die gleich mithelfen kann, als wir mit den Liegeplatzverhältnissen im Sixhaven im Sommer konfrontiert werden. Hier kommt wirklich erst dann keiner mehr rein, wenn kein freier Quadratmeter Wasser mehr zu sehen ist. Allerdings kommt dann auch keiner mehr raus. Mit einer kostenlosen Fähre geht’s rüber zum Bahnhof und man ist sofort im Zentrum. Das Sehenswerteste an Amsterdam ist wohl das alte Grachtenviertel mit den schmalen hohen alten Häusern. Wir gönnen uns eine Hop-on-hop-off-Grachtentour und kriegen so einiges zu sehen. Museen sind wie in Paris mit einer langen Warteschlange bestückt, nur ins neue „EYE“, dem Filmmuseum, kommen wir rein, und das umsonst. Was gibt’s noch hier? Hauptsächlich Fahrräder, Boote, Wasser und noch mehr Fahrräder. Weiterhin Coffeeshops, wo nach wie vor legal gekifft wird, ein Rotlichtviertel, ein Chinesenviertel und noch mehr Fahrräder.


Onklaar Anker, Amsterdam

Holland ist wieder schön. Die Sonne scheint wie doll und wir finden einen sehr schönen Platz im Nieuwen Meer kurz vor der City. Die Verquickung von Wohnen mit Wasser ist überall erstaunlich. Vorbei am Monsterflughafen Schiphol queren wir das Neue Meer. Margrits Amsterdamer Freundin Margreet kommt zum Tee vorbei und will morgen bei der Fahrt in die Innenstadt ein Stück mitfahren. Noch suchen wir einen geeigneten Hafen, die Beurteilungen im Internet der verfügbaren Alternativen sind uneinheitlich.


irgendwo im Regen

Süße kleine holländische Dörfer, Windmühlen, alte Segelschiffe, Wohnschiffe: heute alles doof. Es regnet. Den ganzen Tag. Der Wind peitscht uns den Sprühregen ins Gesicht, bis wir aufgeben und uns frühzeitig einen Halteplatz suchen. Da helfen auch keine Gratulationen von Passanten zum Fußballergebnis gegen Brasilien. Im Übrigen halten wir ganz schön den Verkehr auf: jede Brücke mit einer Durchfahrthöhe unter 3 Meter muss extra für uns geöffnet werden. Das heißt Schranken runter, alle Autos und Fahrräder stop, dann wird die Brücke hochgezogen, weggedreht, umgeklappt oder sonst wie weggekurbelt. Unter den aufmerksamen Augen des interessierten Publikums tuffeln wir durch und hinter uns nimmt das Verkehrsgeschehen wieder seinen Lauf. Noch zwei Tage bis Amsterdam.