Nun hat uns doch noch der große Kran gepackt und ins Wasser gesetzt. Wir waren die staubigen, klebrigen und nicht enden wollenden Arbeiten auf dem „Landschiff“ auch herzlich leid. Es ist noch nicht alles fertig zum Start, aber wir finden uns hier an einem Steg mit lauter bewohnten Booten aus buchstäblich aller Herren Länder wieder und finden es einfach gut, die Bewegung des Bootes wieder zu spüren und Teil der „community“ zu sein. Teilweise liegen die Leute hier wochenlang und die Zeit vergeht. Zu tun gibt’s immer was und eigentlich ist Segeln ja auch ganz schön anstrengend… Und überhaupt wollten wir ja noch ein Mopped mieten und die Insel usw. In den letzten Tagen ist es nicht mehr ganz so sengend warm (wir sind runter auf 21 Grad!) und teilweise regnet es sogar ein bißchen, was aber eher als angenehm empfunden wird. Einermaßen entsetzt war ich, von dem Kranführer zu erfahren, dass Rover 20 Tonnen (!) wiegt. Nun gut, wir haben gerade 800 Liter Diesel und 400 Liter Wasser in den Tanks und natürlich einiges an Ausrüstung. Aber 20 TONNEN! Das sind mindestens 4 mehr als vermutet. Dafür haben wir aber das schönste Schiff weit und breit.
Archiv der Kategorie: 2012
Rund um den Rost
Es geht voran: die neuen Batterien sind installiert, der Ruderkoker endlich neu abgedichtet, der bergmännische Abbau von Rostschichten abgeschlossen und etliche Schichten verschiedener Wundermittel aufgetragen, damit diese Stellen nieee wieder rosten! Und der Schweißer war da und hat zwei Öffnungen im Rumpf zugeschweißt: einmal das Loch, das nach dem Entfernen der Logge übrig blieb (das blöde Ding hat sowieso nie funktioniert – und es war erschreckend zu sehen, wie schnell das Plastikteil beim Entfernen zerbrach…), zum anderen ein richtiges Rostloch an einer ehemaligen Tankbelüftung, durch Fehlkonstruktion zum ewigen Rosten verdammt. Und damit hier kein falscher Ton reinkommt: der Rest des Bootes ist nicht unmittelbar rostgefährdet! Zum Schutz gegen die unbarmherzig glühende Sonne haben wir darüber hinaus die Glasluken mit grünen Schattenbezügen versehen. Ach ja: unsere 65 m Edelstahlkette wurde umgedreht und neu alle 5 m markiert. Morgen wollen wir zur Abwechslung mal ein Mopped mieten und über die Insel düsen.
Καλά ευχαριστώ!
Wir versuchen, jeden Morgen nach dem Frühstück zwei griechische Wörter zu lernen. Wir können schon sagen: „Wo bitte sind die Toiletten?“ Das hilft uns allerdings kaum weiter bei den Verhandlungen mit dem Schweißer, der Rover flicken will. Von den Preisen träumt so mancher Bootsbauer in Deutschland. Aber alles geht voran und auch die neuen Batterien sind gekommen. Wir sichten das lokale Bau- und Supermarktangebot – gar nicht so übel. Und die Griechen sind noch genauso freundlich wie vor der Krise.
Γειά σασ!
Kampf dem Rost
Den Tag der Arbeit nehm ich vielleicht zu wörtlich. Aber der Kampf gegen den Rost treibt mich an. Jede Blase im Lack ufert bei näherer Untersuchung zu schwärenden Furunkeln aus. Aber langsam geht es voran – morgen kommt die andere Seite dran.
Ein Loch ist im Schiff
Böse Überraschungen: dass ein paar Roststellen zu behandeln waren, stand ja auf dem Programm. Dass der kratzende Schraubenzieher unterhalb der Scheuerleiste aber plötzlich ins Leere – das heißt ins Schiffsinnere – stieß, war dann doch eher ungeplant. Ein fast dreißig Jahre altes Stahlschiff birgt so seine Überraschungen. Mehrere Reparaturvarianten werden zurzeit erwogen, von Schweißen über Nieten bis Zuspachteln. Ansonsten läuft der Akklimatisierungsprozeß weiter. Dazu gehört auch, dass zwei der vier bestellten Batterien kaputt sind und umgetauscht werden müssen. Aber die Sonne scheint wie verrückt und außer kurze Hosen mit T-Shirt geht gar nichts.