Rover on tour

Logbuch


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Fethiye

Wir flüchten regelrecht aus der Skopea-Marina in Göcek, weil die Hitze UND die Megayacht-Umgebung einfach zuviel sind. Draußen auf See ist es etwas besser, weil der Fahrtwind kühlt. Zum Segeln reicht der Wind eher selten. In der Bucht von Fethiye ankern wir stadtnah (in Dolmus-Reichweite) und haben dennoch Waldblick und Eisverkauf am Strand. Unser neues Dinghi wird probegefahren. Die Hitze ist fast nicht auszuhalten (ca. 35 Grad). Die Sonne fühlt sich an wie ein zu dichter Heizstrahler und wenn ein Wind kommt, ist es wie ein Föhn oder Warmluftgebläse. Das Wasser bietet bei 28 Grad kurzzeitig Erlösung. Abends gegen 18:00 Uhr lässt Druck der Sonne nach und wir fahren mit dem Bus in die Stadt. Nach dem Essen (mit Warmluftgebläse) erkunden wir diverse Klamottenläden und Banken (mit Klimaanlage). Amüsant sind die Uhrenläden  mit „Genuine fake“, also „authentische Kopien“. Da heute Sonntag ist und die vielen kleinen Ankerbuchten im Golf von Fethiye gerammelt voll sind mit Ausflugsbooten, werden wir heute wohl hier bleiben und die Kunst des Schatten- und Luftzugerzeugens perfektionieren.


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Göcek

In der Bucht von Ekincik geht ein Gewitter über uns nieder, das Regen, Abkühlung und skurrile Wolkenformationen bringt. Als danach der Wind völlig einschläft, drehen Agila und Rover sich so seltsam um die jeweiligen Ankerketten, dass es nachts zu ungewolltem Knutsch-Kontakt kommt. Marco schläft im Cockpit, um sein Schiff notfalls zu retten. Der nächste, wiederum weitgehend windlose Tag bringt uns schon in den Golf von Göcek, wo wir in einer Minibucht mit Buganker und Heckleinen festmachen – unter großem Zuschauerinteresse der Gäste von mehreren Güllets. Aber alles klappt schließlich. Das Wasser hat hier schon 26 Grad, ich will es nicht verschweigen. Heute gings dann nach Göcek rein, wo wir zeitweise glauben, an einem David-Goliath-Komplex zu leiden. Uns gegenüber am Steg macht ein 75 Meter-„Boot“ mit geschätzt 6 Etagen fest. Die Mannschaft (ca. 20 weiß uniformierte Bedienstete) legen das Schiff zentimetergenau mit Hilfe eines lokalen Lotsen an den Steg. In der Stadt kann man es nur im Supermarkt aushalten, dessen Klimaanlage die Außentemperatur von 33 Grad auf atemfähiges Niveau senkt.


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Marmaris

Mit der neuen türkischen Internetcard geht alles wie von selbst. Wir sind wieder online. Von Bozborun gings zusammen mit der AGILA weiter in Bucht Serce Limani, zwar rundum geschlossen (fast), dennoch überraschend viel Böen und Fallwinde. Fliegende Händler mit Textilien, Keramik und Nüssen kommen ans Boot. Wir werden an einer Mooring verankert und am Ufer mit langer Leine befestigt. Abends Restaurantbesuch unter großen Eukalyptusbäumen. Am nächsten Tag überlegen wir zunächst wegen heftiger Böen zu bleiben, trauen uns dann aber doch raus und stellen fest, das „draußen“ schönstes Segelwetter ist. So kommen wir also in die Segelmetropole  Marmaris, wo wir in der Yacht Marina festmachen und immer noch sitzen. Es ist einfach zu schön und komfortabel, um ans Weiterreisen zu denken. Ein großer Swimming-Pool mit kühlem Kristallwasser macht die 31 Grad erträglich. Abends fahren wir mit dem Dolmus (Linien-Kleinbus) in die Stadt und essen Döner oder Pide für lächerliches Geld. Die Stadt ist ein Fest für alle Sinne, nicht nur aber auch für Segler (Zubehörläden für Yachtmaterial sind fast so häufig wie Dönerbuden). Wir feiern Margrits Geburtstag am Strand bei Sonnenuntergang, stöbern in Teppichen, bunter Keramik, probieren unbekanntes Essen, lauschen dem Muezzin und lernen langsam ein paar Brocken Türkisch. Über das marinainterne UKW-Funknetz verkaufen wir unser altes Segeldinghi und kaufen am gleichen Tag ein zeitgemäßes neues, das uns sicherer und handhabbarer erscheint. In der Tat kann man hier hängenbleiben. Viele Boote liegen über Jahre hier und machen Ausflüge in die Umgebung, die sowieso das schönste Segelrevier des Mittelmeeres darstellt. Also machen auch wir Nägel mit Köpfen und entscheiden uns für Marmaris als Sommerquartier für unseren Sommerurlaub in Deutschland im August. Flüge werden auch gleich gebucht, alles paletti. So, jetzt wird es zu heiß zum „Arbeiten“. Weitere Bilder folgen, sobald wir Margrits Handy geknackt haben.


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Bozburun

Wir sind zurück in der Türkei. Der Hafen von Bozburun erweist sich als schnuckelig und … teuer. Die Preise scheinen seit einiger Zeit auch in der Türkei einen heftigen Aufwind zu erfahren. Auch scheint die Saison wider Erwarten schon begonnen zu haben: nach 15:00 Uhr ist oft weder im Hafen noch in der Ankerbucht ein Platz zu ergattern. Aber irgendwas findet sich letzten Endes immer. Das Wetter meint es gut – die diesbezüglichen Nachrichten aus Deutschland hören sich ja eher bedeckt an.


Tilos

Kurze Nachricht, da wir gerade gut ins Internet kommen. Sitzen gerade im Café unter einem Ficusbaum und freuen uns über das schöne Wetter und die angenehme Insel. Tilos scheint eine nette Ferieninsel zu sein, die mehr auf Apartementgäste als auf Segler setzt. Sehr ruhige Überfahrt von Nisyros. Pläne sind, weiter nach Symi und zurück in die Türkei.