Der Tag fing gleich mit einem weiteren 840 m langen Tunnel an. Dann ruhiges Flusswandern auf der Saone zusammen mit Marysol. Mittagspause in Gray, dann noch weiter bis Pontailler sur Saone. Soweit so gut. Schlechte Neuigkeiten: Den “position report” in der bisherigen Form muss ich leider einstellen, da mein Zugang zu dem System gesperrt wird… Ich arbeite aber an einem Nachfolger über das neuseeländische Pangolin-System. Warten wir’s ab.
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Port sur Saone
Gestern abend war in Port sur Saone noch der Bär los: zum Start eines Folklore-Festivals zogen die Teilnehmer von ca. 12 – 15 Staaten in einheimischer Tracht und tanzend und singend an uns vorbei, während wir im Cockpit zu Abend essen: Südafrika, Costa Rica, Kasachstan, Sardinien, Brasilien etc. Ein bunter Reigen. Und jeder zweite Zuschauer wünscht “Bon appetit”. Gekrönt wurde die Angelegenheit durch ein Mega-Feuerwerk fast direkt vor unserem Bug. Na so was. Highlight der heutigen Tour: Tunnel 860 m! Aber wir sind schon so cool, dass wir im Tunnel Kaffee kochen. Naja, das stimmt nicht ganz. Aber schöne Filmaufnahmen haben wir gemacht. Erstaunlich wenig Bootsverkehr, zunehmend Mietboote, für die man keinen Führerschein braucht. Vorsicht ist also angebracht. Ganz knapp vor dem nächsten Tunnel finden wir ein Plätzchen für die Nacht (mit Dusche). Marysol ist auch hier. Wir fahren nicht im direkten Konvoi, sondern treffen uns immer wieder. Illegalerweise benutzen wir den Seefunk, um in Kontakt zu bleiben. Aber nicht weiter sagen.
10.08.2010
Wir treffen auf Jan und Marion, die fünf Jahre mit ihrem Segelboot im Mittelmeer waren, auf dem Rückweg nach Holland sind und entsprechend viel zu erzählen haben. Mit neuen Infos versehen geht’s also weiter. Wir verlassen den Canal de l’Est und kommen in den Oberlauf der Saone. Wieder richtiges Flussfahren, breit und tief, Schleusenfrequenz nimmt rapide ab. Aktueller Schleusenzähler bei 221 seit Varel. Abends in Port sur Saone unter alten Platanen. Wetter richtig schön, alles läuft wieder prächtig.
Aufbruch aus Fontenoy
Wir sind wieder unterwegs! Allerdings beschleicht uns ein seltsames Gefühl, als schon nach 1,8 km bei der zweiten Schleuse des Tages wieder Schluss sein soll: Zu wenig Wasser im nächsten Abschnitt! Aber wir verweisen auf unseren Schwenkkiel und nur 1,2 m Tiefgang und damit läßt uns der Typ von der Kanalgesellschaft passieren. Und dann wirds noch richtig schön. Wir reduzieren unsere Methode des Festmachens in der Schleuse auf nur noch eine Leine an der Mittelklampe und haben die halbe Arbeit gespart. Nach 11 Schleusen und 20 km erreichen wir Corre.
08.08.2010
Heute ist die Strecke ernsthaft wieder offen. Morgens verlassen zuerst die beiden 39 m-Binnenschiffe den Hafen und fädeln sich in die Schleuse ein. Bei 5,05 m Breite der Schiffe und einer Schleusenbreite von 5,10 m ist das schon ein sehenswerter Vorgang. Zusammen mit den Crews von Thetis II und Jolie Brise bewundern wir die Schleusung. Und dann reißen die Abschiede nicht ab: Anthony mit L’Etoile du Soir, Pat und Arlene von Merlot, die beiden Schwedensegler, dann auch Werner und Gisela und später Hajo, Michaela und Viviane … all gone. Dafür kommen meine Landgänger zurück aus Deutschland. Die Wartezeit ist zu Ende.
