Rover on tour

Logbuch


17.08.2010, Condrieu

Was hören wir da? “Wintereinbruch in Deutschland”? Und wir suchen verzweifelt nach einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor >60… Okay, ich übertreibe. Wahr ist vielmehr, dass wir uns über den wolkenlosen Himmel und die Rückkehr des Sommers freuen. In Lyon treffen wir auf die Rhone mit mächtig Strom, die viele Äste und halbe Bäume mit sich führt. Die erste Rhoneschleuse mit 11,5 m Höhe ist respekteinflößend, aber easy durch Schwimmpoller. Beinahe hätten wir die Abkürzung durch die danebenliegende Wasserturbine genommen, da ein großer Bagger die Schilder und Ampel verdeckte. In dem Kanal dahinter gurgeln wir mit 5 kn Strom nach Süden. Noch  282 km bis ins Mittelmeer.


Lyon

Heute fand der Sturmangriff auf die Millionenstadt Lyon statt. Wider Erwarten schönen Liegeplatz total im Zentrum gefunden, alte Bekannte waren schon da. Stadtbesichtigung mit Schwerpunkt Altstadt, wirklich sehenswert. Von hier auskönnen wir in 5 bis 6 Tagen im Mittelmeer sein. Ab morgen sind wir dann in der Rhone. Wer verfolgen will, wann wir durch welche Schleuse gehen, kann das unter

http://www.inforhone.fr/inforhone/FR/Commun/carte.aspx?chapitre=naviguer

verfolgen (unter “trafic aux ecluses”, Schiffsname Rover). Ansonsten an Bord alles gesund und munter. Große Pläne werden geschmiedet…


15.08.2010

Morgens brrr … kalt, Regen, lange-Hosen-und-Socken-Wetter. Aber es bessert sich, während wir dem immer breiter werdenden Strom folgen. Die Wassertiefe der Saone ist sehr wechselhaft, einmal müssen wir Marysol rückwärts von einer flachen Stelle wieder runterziehen. Die Verkehrsteilnehmer nehmen nicht an der Zahl, wohl aber an Größe zu: zahlreiche Hotelschiffe von 200m Länge sind unterwegs. Bei der Einfahrt in die einzige Schleuse des Tages öffnen sich oben weitere Schleusen und ein Gewitterregen von biblischen Dimensionen nimmt uns die Sicht. Als wir später überlegen, wann wir wohl die ersten Palmen sehen werden, sehen wir schon die ersten! Wir kommen jetzt schnell nach Süden. Mittags Stadtbesichtigung und Essen in Macon, abends schon in Villefranche, wo es wieder regnet.


Verdun sur le Doubs

Freitag der 13. Wenn das mal gutgeht. Schon bei der Abfahrt morgens rumpeln wir mit der Kielplatte über Hartes. Aber dann wirds doch noch wunderschön. Der Fluss wird immer breiter (100 m) und tiefer (5 – 7m). Auch die Schleusen sind von 40 m Länge auf 200 m gewachsen. Aber sie liegen mittlerweile mindestens 15 km auseinander. Mittags probieren wir was Neues: wir ankern am Rand außerhalb des Fahrwassers und gehen baden! Sowas Feines! Man fühlt sich wie neugeboren, fast könnte man meinen, wir hätten Urlaub… Die Saone hat mittlerweile auch eine eindeutig gerichtete Strömung, zum Glück schwimmen wir bergab. Über die schönen Städtchen Auxonne, St. Jean de Losne und Seurre kommen wir abends nach Verdun sur le Doubs. Beim ersten Anlegeversuch bin ich wieder dankbar für unsere starke Kielsohle, denn wieder rumpeln wir über ein “Riff”. Soviel mittelalterliches Gerümpel im Wasser nahe den alten Gemäuern. Ein urfranzösisches Städtchen wie aus dem Bilderbuch. Und morgen früh gibts wieder Baguette und Croissants.