Rover on tour

Logbuch


Viviers

Zurzeit kommen wir richtig schnell vorwärts: heute abend Avignon erreicht. Das Tor zum wirklichen Süden. Gestern hatten wir zum ersten Mal über Nacht geankert in einem Nebenarm der Rhone vor Viviers. Total süßes Städtchen. Shuttleverkehr mit unserem kleinen Zweit-Schlauchboot und dem kleinen Yamaha-Knattermann. Nachts dann gewaltiges Gewitter zum Fürchten. Der Strom der Rhone ist enorm: mit 3,5 kn zusätzlich werden wir geschoben! Nicht zum Fürchten dagegen sind die Rhoneschleusen mit bis zu 23 m Hub, bzw. Fallhöhe. An einem Schwimmpoller gehts es gesittet wie im Fahrstuhl abwärts. An einem dieser Poller, an dem wir festmachen, finden wir einen alten Aufkleber vom Wassersportverein Varel!! Muss wohl von Schukki sein, der hier vor ein paar Jahren durch ist! Avignon ist intramuros (innerhalb der alten Stadtmauern) gestopft voll mit Touristen,  aber alles sehr sauber und mit viel Schatten, den wir dringend brauchen: die Sonne knallt gewaltig. Heute wollen wir mal den Palast der ollen Päpste inspizieren und abends gepflegt essen gehen. Rover liegt längsseits an einem holländischen Plattbodenschiff in 2 kn Strom und zerrt gewaltig an den Leinen.


Valence

Sind in Valence. Tout va bien. Noch 222 km. Liegen wieder mal in extrem internationaler Gesellschaft. Die Sprachen vermischen sich.


17.08.2010, Condrieu

Was hören wir da? “Wintereinbruch in Deutschland”? Und wir suchen verzweifelt nach einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor >60… Okay, ich übertreibe. Wahr ist vielmehr, dass wir uns über den wolkenlosen Himmel und die Rückkehr des Sommers freuen. In Lyon treffen wir auf die Rhone mit mächtig Strom, die viele Äste und halbe Bäume mit sich führt. Die erste Rhoneschleuse mit 11,5 m Höhe ist respekteinflößend, aber easy durch Schwimmpoller. Beinahe hätten wir die Abkürzung durch die danebenliegende Wasserturbine genommen, da ein großer Bagger die Schilder und Ampel verdeckte. In dem Kanal dahinter gurgeln wir mit 5 kn Strom nach Süden. Noch  282 km bis ins Mittelmeer.


Lyon

Heute fand der Sturmangriff auf die Millionenstadt Lyon statt. Wider Erwarten schönen Liegeplatz total im Zentrum gefunden, alte Bekannte waren schon da. Stadtbesichtigung mit Schwerpunkt Altstadt, wirklich sehenswert. Von hier auskönnen wir in 5 bis 6 Tagen im Mittelmeer sein. Ab morgen sind wir dann in der Rhone. Wer verfolgen will, wann wir durch welche Schleuse gehen, kann das unter

http://www.inforhone.fr/inforhone/FR/Commun/carte.aspx?chapitre=naviguer

verfolgen (unter “trafic aux ecluses”, Schiffsname Rover). Ansonsten an Bord alles gesund und munter. Große Pläne werden geschmiedet…


15.08.2010

Morgens brrr … kalt, Regen, lange-Hosen-und-Socken-Wetter. Aber es bessert sich, während wir dem immer breiter werdenden Strom folgen. Die Wassertiefe der Saone ist sehr wechselhaft, einmal müssen wir Marysol rückwärts von einer flachen Stelle wieder runterziehen. Die Verkehrsteilnehmer nehmen nicht an der Zahl, wohl aber an Größe zu: zahlreiche Hotelschiffe von 200m Länge sind unterwegs. Bei der Einfahrt in die einzige Schleuse des Tages öffnen sich oben weitere Schleusen und ein Gewitterregen von biblischen Dimensionen nimmt uns die Sicht. Als wir später überlegen, wann wir wohl die ersten Palmen sehen werden, sehen wir schon die ersten! Wir kommen jetzt schnell nach Süden. Mittags Stadtbesichtigung und Essen in Macon, abends schon in Villefranche, wo es wieder regnet.