Nach dem Frühstück sind unsere Kollegen alle schon wieder unterwegs und wir mieten uns einen „kräftigen“ Scooter, der uns über die Insel trägt. Erstes Ziel ist das alte Kloster aus dem 11. Jahrhundert, das wie ein Schwalbennest an die Felswand geklebt ist. Der Oberpope begrüßt uns mit rituellen Getränken und süßen Kleinigkeiten. Ein unglaublicher Platz, von Mönchen erbaut, die ihr Heimatkloster in Palästina nachgebaut haben. Die orthodoxe Kirche ist mir erschreckend unbekannt. Zufällig treffen wir einen griechischen Professor für Theologie, der die Trennung von der westlichen Christenheit aufgrund von unterschiedlicher Meinung über die Zuordnung des Heiligen Geistes zum Vater und/oder Sohn im Jahre 1054 erklärt. Na denn. Wir erholen uns von dem schweißtreibenden Aufstieg in den Gassen der alten Hauptstadt Chora – Griechenland wie aus dem Bilderbuch! Für morgen sind böse Winde aus der Richtung, in die wir wollen, angesagt und wir werden den Scooter wohl noch einen weiteren Tag behalten.
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Amorgos 1
Levitha
Wir sind auf und davon! Nach großzügigen Einkaufsorgien und Last-Minute-Reparaturen haben wir Leros verlassen und uns wieder dem Meer überantwortet. Der Aufbruch fällt doch immer wieder schwer nach längeren Aufenthalten. Aber „la mer est belle“ und ein leichter Wind pustet uns zu der kleinen Insel Levitha. Eigentlich ein öder Felsbrocken mit kaum Gestrüpp. Doch es gibt eine feine geschützte Bucht, in der 10 Bojen ausgelegt sind, an denen man für 7 EUR festmachen kann. Gegen 16 Uhr sind alle Bojen belegt! Soviel Betrieb hatten wir in dieser frühen Jahreszeit nicht erwartet. Der Ziegenwirt der kleinen Taverna erzählt uns, dass die griechische Regierung auf der Insel 45 Windkraftanlagen à 3 MW aufstellen will! (Wer das wohl bezahlt…?) Das wäre dann das Ende vom idyllischen Ankern. Wir werden von Barry, einem britischen Einhandsegler, auf seine fast neue Jeanneau 42 eingeladen und mit Wein abgefüllt. Nach der Rückkehr auf unser Boot kommt uns Rover wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit vor.
Bier und Chips
Da die WLAN-Abdeckung der Marina vorläufig endgültig kollabiert ist, müssen wir zur weltweiten Internetanbindung jedes Mal in die Bar „Skipper’s“ und uns den Anschluss mit Bier und Chips erkaufen. Was tut man nicht alles… Rover kam heute zurück ins angestammte Element. Hat alles super geklappt, Schiff ist dicht, Motor lief auch noch. Irgendwie hat man jedes Mal nach so langer Bootsabstinenz Zweifel, dass die Handgriffe noch sitzen, aber wir haben das Boot an den Liegeplatz gebracht, ohne Schaden anzurichten. Das lässt hoffen. Morgen werden die Segel wieder angeschlagen und der Wetterbericht studiert.
Rostkratzen
Unsere Tage vergehen mit Schleifen, Rostkratzen und Malen. So ein 30 Jahre altes Stahlschiff fordert seinen Tribut. Aber irgendwie ist es auch schon Routine. Lästiger sind da schon die Mücken, die uns allabendlich und vor allem nachts heimsuchen. Unsere Gegenmaßnahmen werden immer raffinierter, ein ungestörter Schlaf ist der Lohn. Leider ist das Wetter umgeschlagen: Wolken und ein bisschen Regen und die Temperatur fällt ins Bodenlose (fast bis auf 20 Grad). Unser Krantermin für die Wasserung wurde auf Samstagvormittag gelegt – die Zeit läuft.


