Die Fahrt hierher war größtenteils gekennzeichnet von Motoren gegen Wind und Strom, später durch Strom gegen Wind… auch nicht viel besser. Calais liefen wir aufgrund entsprechender Warnungen nicht an. Nach dem Runden von Cap Gris Nez könnten wir endlich auf Südkurs gehen und noch 2 h segeln. Der – eventuell vorhandene – Charme von Boulogne s/m erschloss sich uns nicht und als die meisten anderen Boote am nächsten Morgen weitersegelten, ahnten wir schon, dass es ein Fehler war, hier 2 Nächte (a 35€) zu bleiben. Beeindruckend war aber auf jeden Fall, wie sich bei über 5 m Tidenhub der Hafen veränderte!
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Dünkirchen
Der Ebbstrom spült uns von Belgien nach Frankreich, entlang an der grässlich zugebauten Strandlinie. Dünkirchen ist eine seltsame Stadt, weitläufig und ohne wirkliche Höhepunkte. An die schreckliche Kriegsvergangenheit wird man allenthalben erinnert. Wetterbedingt bleiben wir dennoch 2 Nächte und nutzen die Zeit für Wäsche und Reparaturen.
Oostende
Heute war ultrafeines Segeln angesagt! Die 4 Stunden nach Oostende bewältigen wir mit einem Durchschnitt von 7 kn! Im Mercatorhafen liegen wir dann angenehm und zahlen dafür 39,42 € für eine Nacht. Entsetzt sind wir von der brutalen Bebauung der belgischen Küste: kilometerlang reihen sich 7- und mehrstöckige Häuser wie eine Mauer am Ufer entlang. Quirliges Treiben auf dem breiten Boulevard davor sowie am Strand. Auch innerhalb der Stadt dominieren Strassenschluchten das Bild. Lecker: Waffeln mit Eis und Schokosauce 🤪.
Veere und Vlissingen
Über eine Schleuse kommen wir ins Veerse Meer, das seit der seeseitigen Eindeichung tidenfrei und zum betriebsamen Naherholungsgebiet geworden ist. Viele Boote lassen Erinnerungen an Vorfahrtregeln aufkommen. In Veere besuchen wir Freunde von Franz, was uns Kaffee, Kuchen und historische Einblicke in die alte Stadt beschert. Dann unser letzter Kanal über Middelburg nach Vlissingen, gespickt mit schikanösen Wartezeiten vor den Brücken. Hinter der Schleuse (in der sich wegen Überfüllung und Rückenwind dramatische Szenen abspielen) erwartet uns die Nordsee mit einem Vorgeschmack auf das, was sie könnte. Im ruhigen Hafen steigen und fallen wir 2 mal täglich um 3, 50 m. Wetter ist sonnig, aber mit knapp 20°C frisch. Mit Vlissingen ist die erste große Etappe der Reise geschafft. Nach wie vor ist jeder Tag randvoll mit neuen und teils abenteuerlichen Eindrücken. Vlissingen erinnert sich gut an den deutschen Atlantikwall und die Befreiung nach der weitgehenden Zerstörung 1945. Eine endlose Kette grosser Seeschiffe zieht direkt vor dem Hafen vorbei auf der Westerschelde von und nach Antwerpen.
Über Willemstad nach Kats
Der Charakter von Landschaft und Art der Fortbewegung ändert sich langsam. Aus Kanälen werden Flüsse, aus Flüssen eingedeichte Seen. Tideneinfluss führt zu Strömungen. Segeln ist meist nicht möglich, da wir einer bestimmten Richtung folgen und der Wind in der Gegenrichtung unterwegs ist. Starkregen wechselt sich mit wolkenlosem Himmel ab. Viele grosse Binnenschiffe und Motorbratzen.