Rover on tour

Logbuch

Pelz abschälen

Nach der langen Wasserliegezeit ist der Rumpf offenbar so bewachsen, dass die erzielbare Geschwindigkeit erheblich zurückgegangen ist. Nachdem es letztes Mal mit dem gezielten Trockenfallen nicht so recht geklappt hatte, erfolgte gestern ein neuer Versuch.

Auf der Höhe von Tossens gegenüber dem Jade-Weser-Port finde ich ein ebenes Plätzchen, nach dem Ankern mit einer Messlatte auf beiden Seiten sorgfältig geprüft. Eine Stunde nach dem Aufsitzen kann ich ins Wasser und bin entsetzt über das Ausmaß des Bewuchses: ein zwei Finger dicker Pelz bedeckt den gesamten Rumpf und das Ruderblatt.

Mit einem stabilen Kunststoff-Küchenschaber lässt sich mit einigem Kraftaufwand der Pelz abschälen, wie man Schafe schert. Beim Scheren drehe ich mehrere Runden um den Rumpf und folge dabei dem sinkendem Wasser. Schließlich robbe ich auf Händen und Knien durch das Watt, um die letzten Zentimeter unter Wasser zu erreichen. Mit wieder steigendem Wasser erhole ich mich im Cockpit und lasse mir die Sonne auf meinen Pelz scheinen. Gut zwei Stunden nach Niedrigwasser kommen wir wieder frei und motoren buchstäblich erleichtert nach Varel zurück.

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