Rover on tour

Logbuch


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Cherbourg

Frankreich im Taumel des Nationalfeiertages. Bands spielen, Würstchenbuden, Regattaboote über die Toppen geflaggt, Kinderhüpfburgen, tieffliegende Düsenjäger, am Abend ein Megafeuerwerk. Wir besichtigen das 1991 ausser Dienst gestellte Atom-U-Boot Le Redoutable. Die Führung erschüttert uns. Bestückt mit 16 Atomraketen a 2 x Hiroshima wird uns stolz der Wahnsinn der Abschreckungsstrategie erläutert. Der 100 MW (!) Antriebsreaktor wurde entfernt. In der Austellung nebenan wird uns der Untergang der (1912 von Cherbourg ausgelaufenen) Titanic minutiös nahegebracht. Danach sind wir total fertig und mischen uns unters Volk.


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Von Fecamp nach Cherbourg

Je weiter wir kommen, umso stärker werden die Gezeitenströme. An der Einfahrt von Fecamp werden wir fast vorbeigespült (ähnlich Cuxhaven…). In der Stadt finden wir wenig Sehenswertes außer der Schnapsbrennerei (!). Die Strecke nach Cherbourg beträgt knapp 80 sm, also ist eine Nachtfahrt angesagt. Um den Strom nördlich Barfleur (bis zu 5 kn) nicht gegen uns zu haben, legen wir die Abfahrt auf 2130. Seltsames Gefühl, aufzubrechen, wenn andere sich bettfertig machen. Die Helden aber segeln in den Sonnenuntergang. Letzten Endes wird es eine ruhige, mondhelle Motorfahrt mit 3-stündigem Wachwechsel. Am Schluss sogar unter Segeln, wobei wir merkten, dass der obere Wirbel der Genua- Rollanlage sich verklemmt hatte. Bei der triumphalen Einfahrt in den riesigen Vorhafen von Cherbourg überraschte uns ein Begrüssungskomitee in Form einer Schule Delphine, die ums Boot herum spielen. Wir sind total gerührt. Cherbourg steht in den Startlöchern für die Feierlichkeiten zum 14. Juli und der Steg für Gästeboote ist voller Rennmaschinen für eine Regatta. Aber man weist uns ein schönes Plätzchen zu und glücklicherweise können wir das Problem an der Rollanlage beseitigten. Jetzt kann die Feier beginnen.


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Le Treport

Der Hafen von Le Treport ist ein Hafen der Superlative: es ist der engste, am schlechtesten organisierte und gleichzeitig bisher der teuerste (38 €). Aber auch der mit dem atemberaubendsten Ausblick von der Abbruchkante. Ein Gratis-Schrägaufzug zieht uns hoch. Die Aussicht war es wert, um 21:30 die erhoffte Pizza zu verpassen, da dann die Restaurants schon die Bürgersteige hochgeklappt hatten. Das französische Chaos setzte sich am nächsten Morgen fort, sodass wir erst 2,5 h nach unsrem Plan die Schleuse nach draussen verlassen konnten.


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Boulogne sur Mer

Die Fahrt hierher war größtenteils gekennzeichnet von Motoren gegen Wind und Strom, später durch Strom gegen Wind… auch nicht viel besser. Calais liefen wir aufgrund entsprechender Warnungen nicht an. Nach dem Runden von Cap Gris Nez könnten wir endlich auf Südkurs gehen und noch 2 h segeln. Der – eventuell vorhandene – Charme von Boulogne s/m erschloss sich uns nicht und als die meisten anderen Boote am nächsten Morgen weitersegelten, ahnten wir schon, dass es ein Fehler war, hier 2 Nächte (a 35€) zu bleiben. Beeindruckend war aber auf jeden Fall, wie sich bei über 5 m Tidenhub der Hafen veränderte!


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Dünkirchen

Der Ebbstrom spült uns von Belgien nach Frankreich, entlang an der grässlich zugebauten Strandlinie. Dünkirchen ist eine seltsame Stadt, weitläufig und ohne wirkliche Höhepunkte. An die schreckliche Kriegsvergangenheit wird man allenthalben erinnert. Wetterbedingt bleiben wir dennoch 2 Nächte und nutzen die Zeit für Wäsche und Reparaturen.