Rover on tour

Logbuch

Schwenkkiel

  • Der Schwenkkiel ist ein mit etwa 900 kg Blei gefülltes Profilschwert, das über eine manuell betätigte Hydraulikpumpe in den Schwertkasten hochgepumpt werden kann. Der Tiefgang des Bootes verringert sich dabei stufenlos von 2,20 m auf 1,20 m. In jeder Zwischenstellung kann arretiert werden. Selbst bei einem Durchkentern kann der Kiel nicht zurück in den Schwertkasten knallen und Schäden anrichten.
  • Der Schwertkasten ist aus 20 mm Stahlblech geschweißt. Seine Deckplatte ist geschraubt und könnte im Anforderungsfall geöffnet werden. Der Deckel des Schwertkastens trägt direkt die Bodenbretter des Salons. Dadurch entstehen rechts und links des Schwertkastens große Räume, die als Tanks ausgeführt sind.
  • Der hohe Massenschwerpunkt des Bootes bei hochgeholtem Schwert muss kompensiert werden durch erhöhten Ballast. Einen Teil davon bildet die Bodenplatte des Rumpfes, die bei Rover eine Stärke von 60 mm (!) hat .
  • Die dicke Bodenplatte hat in der Mitte eine Breite von 80 cm. Die so entstehende Bodenfläche ist zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt ausreichend, um das Schiff sicher auf der Platte abzustellen – ob auf einer ebenen Betonfläche oder im Watt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies etwa bis zu einem Winkel von 15 Grad möglich ist – danach kippt das Ganze bzw. wälzt sich im Watt auf ca. 45 Grad Schräglage. No dammage done. Aber blödes Gefühl, wenn das Abwälzen nachts passiert, während man in der Koje liegt…
  • Wir haben das Schwert gern als Messfühler für die Wassertiefe eingesetzt – vorsichtig natürlich. Wenn man aufläuft, ist man nach ein paar Hüben an der Schwerthydraulik wieder frei und weiter geht’s!
  • Fährt man in Tidengewässern auf eine Sandbank, wartet man ein paar Stunden und kann dann aussteigen und trockenen Fusses um das Boot herumlaufen: immer wieder unglaublich! Inspektion von Schraube und Unterwasserschiff wird total einfach, z.B. Abkratzen von Seepocken vom Propeller.
  • Bei raumen Winden kann das Schwert hochgeholt werden, um die benetzte Unterwasserfläche zu verkleinern. Führt zu einer höheren Geschwindigkeit – sagt uns die Physik; so richtig messbar war dieser Effekt bisher nicht.
  • Der Nachteil des Ganzen soll nicht verschwiegen werden: Die Gesamtlateralfläche des Unterwasserschiffes ist relativ klein. Das führt bei Segeln hoch am Wind zu einer größeren Abdrift. Kreuzen wird zum Geduldsspiel bzw.  fällt aus. Wie so viele Aspekte bei einem Boot ist auch hier nur ein Kompromiß möglich.

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